LSD - Sorgenkind und Wunderdroge
Der «Vater des LSD», Albert Hofmann, ist am 29. April im Alter von 102 Jahren in Burg im Leimental gestorben.
1943 entdeckte der Basler Chemiker per Zufall die spätere Kult-Droge LSD. Im Rahmen von Forschungen am Getreidepilz Mutterkorn und mit dem Ziel, ein Mittel zur Anregung des Kreislaufs zu entwickeln, synthetisierte Hofmann Lysergsäure-Diäthylamid (LSD). Die psychedelische Wirkung von LSD erprobte er am eigenen Leib. Er dokumentierte:
| 16:20 Einnahme der Substanz. 17:00, Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz. [...] Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad [...] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. [...] Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. [...] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau [...] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe... |
Womöglich hat keine andere chemische Substanz die Welt so sehr bewegt wie die Psychodroge LSD. Psychoanalytiker sind damit in neue Tiefen des Bewusstseins vorgedrungen, Hippies protestierten mit LSD gegen gesellschaftliche Zwänge, und Künstler steigerten mit LSD ihre Kreativität.
Weiterführende Links zum Beitrag:
- Albert Hofmann: LSD - mein Sorgenkind (Online-Version in Englisch)
- BBC Dokumentation "LSD - The beyond within" (in Englisch)
- Albert Hofmanns Dankes- und Schlussrede an seinem 100. Geburtstag im Jahre 2006 in Basel (Quicktime Film)
- Eve&Rave: LSD-Infos
- National Institute on Drug Abuse: InfoFacts LSD (in Englisch)
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