1945 - 1961: Mobiles Radio
Radio begleitet in allen Lebenslagen. (Freddy Bertrand)
Nach Kriegsende setzt der Bundesrat die Konzession der SRG wieder in Kraft und gibt den Radiogenossenschaften ihre Rechte zurück. 1946 entstehen die innerschweizerische und die rätoromanische Genossenchaften. Im technischen Bereich entwickelt sich das Medium Radio rasant: Eine zweite Sendekette wird aufgebaut, Sendungen werden neu auf UKW ausgestrahlt, was die Hörqualität verbessert.
Handliche Transistorradios erobern den Markt, Strom aus der Batterie macht die Radiogeräte mobil. Das Zweitradio kommt in Mode und Radio wird zum Unterhaltungsmedium. Das neue Medium Fernsehen sendet ab 1958 stundenweise.
Programmausbau
Bei allen Programmen baut die SRG aus: Ab 1946 sendet sie mehr Aktualität, Reportagen und Musik, Radiotheater und Hörspiele. Gegenüber der Vorkriegszeit wird die Sendezeit verdoppelt. Das welsche Radio (Landessender Sottens) lanciert die Glückskette im selben Jahr, Radio DRS (Sender Beromünster) folgt 1947.
| Signet Glückskette |
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| Hermann Scherchen bei der Orchester-Probe, Studio Zürich 1946 (Foto: Ernst Koehli). |
Diskussionen
«Weg aus dem Hörsaal, hin zu radiophonen Formen», lautet die Losung für das Radio der Nachkriegszeit. Zeitfragen aus dem In- und Ausland interessieren und werden gerne in Diskussionsformen präsentiert. Neu sind «bunte Sendungen», die mit Tonkulissen und Musik unterlegt sind. Die RadiomacherInnen suchen den Kontakt zum Publikum.
DRS 2
Ende 1956 wird das zweite Programm aufgeschaltet. Es sendet stundenweise über UKW-Sender, jeweils am Abend und am Wochenende. Da die nötigen Gelder fehlen, finden die Beiträge des ersten Programms auch im zweiten Verwendung. Mit Moderner und Klassische Musik hebt es sich jedoch ab und stösst auf positives Echo.
| Willi Joerin: Möglichkeiten des zweiten Programmes |
| Willi Joerin über UKW |
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| Theodor Haller und Heiner Gautschy in Diskussion (Foto 1954). |
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| Heiner Gautschy in New York. |
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| Wunschkonzert 1949: Rosmarie Lötscher, Fritz Schäuffele, Dora Wenk. |
Auslandkorrespondenten
1946 werden von Sottens erstmals Auslandkorrespondenten eingesetzt: William Aguet in Paris und Paul Ladame in New York. Für Beromünster folgen Heiner Gautschy (New York), Theodor Haller (London) und Hans O. Staub (Paris). Ende der 40er-Jahre erhalten diese Korrespondenten Kultstatus.
| Paul Ladame: Die Welt ist klein. Bericht aus New York, 1947 |
| Theodor Haller über das «Korrespondent sein», 1991 |
Information und Unterhaltung
1945 wird mit dem «Echo der Zeit» erstmals täglich eine weltpolitische Sendung ausgestrahlt. Nachdem in der Kriegszeit Diskussionen nicht genehm waren, boomen nun Gesprächsrunden und Kontroversen wie in den Sendungen «Wir und die andern», «Am Runden Tisch» oder «Das Freie Wort». In den Vorabendsendungen «Wunschkonzert» oder «Der Hörer am Plattenschrank» wird das Publikum miteinbezogen.
| Einer der Echo-Redaktoren Samuel Bächli spricht über den Anfang von Echo der Zeit |




