(keystone)
Prager Frühling - die gescheiterte Reform
In der Nacht auf den 21. August 1968 überschritten Truppen von fünf Staaten des Warschauer-Pakts die Grenzen zur Tschechoslowakei (CSSR). Der Traum von einem «Sozialismus mit menschlichem Antlitz», wie man ihn in der CSSR schaffen wollte, war vorbei. Die erst kürzlich gewonnenen Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit wurden der tschechischen Bevölkerung mit Gewalt wieder genommen.
Die heute als «Prager Frühling» bekannten Reformbemühungen und die Schaffung eines neuen Sozialismus in der CSSR waren eng mit der Wirtschaftskrise von 1963 verbunden. Ein neues ökonomisches Modell war gefragt, das die zentralistische Planwirtschaft ablösen sollte.
Die Diskussionen um die Reformideen nahm ein immer grösseres Aussmass an und wurde bald auch auf politischer und medialer Ebene geführt - undenkbar für ein Land, in dem Zensur galt und keine freie Meinungsäusserung möglich war. Die Ablösung des unbeliebten und russlandtreuen Staats- und Parteichefs Antonín Nowotný durch Alexander Dubček im Januar 1968 markierte den Start der Reform. Der Prager Frühling gilt heute als wichtigster Reformversuch des realsozialistischen Modells.
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