Datenschutz - wichtiger denn je
Die Vielfalt von persönlichen Daten, die über jeden Menschen von verschiedensten Stellen gesammelt werden, ist beeindruckend. Von Lohndaten über Krankengeschichte bis zum Konsumverhalten: es gibt kaum einen Bereich, in dem das Individuum keine Datenspur hinterlässt - freiwillig oder unfreiwillig.
Unternehmen können ganze Persönlichkeitsprofile von Einzelpersonen zeichnen: welches Auto er fährt, welche Bücher sie liest, welche er Musik hört, wie viel sie für Kleidung, Wohnung, Versicherungen oder Ferien ausgeben, etc. Zudem können Firmen in Erfahrung bringen, ob ein Kunde ein guter oder schlechter Zahler ist. All das geschieht zum grössten Teil, ohne dass die Betroffenen auch nur die geringste Ahnung davon haben. So kann es zu Missbräuchen kommen, ohne dass man etwas dagegen tun kann, weil man ahnungslos ist.
Das betrifft nicht nur die wirtschaftliche Seite. Auch staatliche und gesundheitliche Institutionen sammeln Personendaten zum Schutz vor Terrorismus oder der organisierten Kriminalität, aber auch zur Kostensenkung im Gesundheitsbereich.
Das primäre Ziel des Datenschutzes ist die Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts über die gespeicherten Daten jedes Menschen. Diese Aufgabe ist nicht immer einfach, da es auch legitime Interessen geben kann, die dieses Selbstbestimmungsrecht einschränken, so etwa bei polizeilichen Ermittlungen.
Der Datenschutz soll gewährleisten, dass in jedem Fall die Verhältnismässigkeit beachtet wird, dass also immer nur so viele persönliche Daten wie nötig und so wenig wie möglich gesammelt werden, und dass man als betroffene Person auch die Möglichkeit hat, die Bearbeitung der Daten über sich so weit wie möglich zu kontrollieren und notfalls zu verhindern.
Zu diesem Zweck schreibt das Datenschutzgesetz ein Auskunftsrecht fest, das bei den Inhabern von Datensammlungen geltend gemacht werden kann.
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