(Duncan Walker/iStockphoto)
Südafrika abseits der WM
Während die ganze Fussballwelt im Juni den Blick nach Südafrika richten wird auf 44 Beine, die einem Ball nachrennen, lenken wir die Aufmerksamkeit auf andere Gebiete. Wir stellen aus einem Themenbereich jeweils drei Perlen vor, die eine nähere Betrachtung lohnen, wenn man sich auch abseits des Fussballplatzes mit Südafrika beschäftigen möchte.
| Jazz | |
| Abdullah Ibrahim | |
![]() Foto: Manfred Rinderspacher |
Ibrahim (vor seinem Übertritt zum Islam «Dollar Brand») ist einer der einflussreichsten Jazz-Musiker Südafrikas. Er verliess Südafrika in den 1960er Jahren und kehrte erst nach dem Ende der Apartheid zurück. Sein Stück «Manenberg», das er mit Basil Coetzee aufnahm, gilt als die inoffizelle Hymne der Anti-Apartheid-Bewegung. |
| Hugh Masakela |
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Der Trompeter Masakela gehört zur Generation von Abdullah Ibrahim und verliess ebenfalls in den 60er Jahren seine Heimat. Seine Musik vor allem der frühen Jahre reflektiert die Gewalt und Unterdrückung, widmet sich aber auch der Schönheit seines Landes. Er kehrte 1990 nach Südafrika zurück. |
| Johnny Dyani |
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Dyani wurde als 15-jähriger Bassist der Band «Blue Notes», in der neben vier Schwarzen auch ein Weisser spielte. Diese gemischtrassige Zusammenstellung führte zu Problemen mit der Regierung. Die Band entschied sich deshalb fürs Exil. Dyani lebte danach in Kopenhagen und Stockholm. Er starb 1986 im Alter von 41 Jahren in Berlin. |
| Literatur | |
| Zakes Mda |
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![]() Foto: Ben Oswest |
Mda (*1948) musste als Sohn eines ANC-Führers Südafrika in den 1960er Jahren verlassen. Er wuchs in Lesotho auf, zog dann in die USA. Mda schrieb anfänglich vor allem Dramen und prägte das südafrikanische Theater vor dem Ende der Apartheid. Erst seit kürzerem schreibt er auch Romane. 1995 kehrte Mda nach Südafrika zurück und pendelt seither zwischen Johannesburg und den USA, wo er als Dozent unterrichtet. |
| Nadine Gordimer | |
![]() Foto: Reuters |
Nadine Gordimer ist neben J.M. Coetzee die höchstdekorierte Autorin Südafrikas. Sie erhielt 1974 den Booker Prize (1974) und 1991 den Nobelpreis. Ihr Werk ist von der Apartheid in ihrer Heimat geprägt. Seit den 1960er Jahren war sie eine aktive Kämpferin gegen die Rassentrennung und thematisierte die Ungerechtigkeit immer wieder in ihrem Werk. Interview 2005 (Video) zu ihrer Biografie |
| Deon Meyer | |
![]() Foto: Jost Hindersmann |
Meyer, 1958 geboren, ist ein Vertreter der jüngeren Generation von Autoren, sein erster Roman erschien erst 1994, vier Jahre nach dem Ende des Apartheidregimes. Meyer schreibt vor allem Kriminalromane und ist in diesem Genre der auch im Ausland erfolgreichste Autor seines Landes. |
| Filme | |
| The Gods Must Be Crazy (1980) | |
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Die Komödie über eine Cola-Flasche, die die Welt der Buschmänner in der Kalahri-Wüste auf den Kopf stellt, gilt den einen als platter Klamauk, den anderen als feiner, humoristischer Film. Unbestritten ist der weltweite Erfolg des Films von Jaymie Uys. Ein zweiter und dritter Teil waren aber deutlich weniger erfolgreich. |
| U-Carmen e-Khayelitsha | |
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Der Film von Regisseur Mark Dornford-May basiert auf Bizets Oper und verlegt die Handlung in ein Township in der Nähe von Kapstadt. Auch wenn es ein durchaus eindrücklicher Film ist, überraschte es doch etwas, als U-Carmen 2005 den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele erhielt. |
| District 9 | |
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Dass aus Südafrika ein Science-Fiction Film kommt, ist nicht gerade zu erwarten. Und noch weniger, dass er gleichzeitig spannend ist und erst noch intelligent eine politische Botschaft darin verwebt. Die Parabel auf die Apartheid wurde mit mehreren Oscar-Nominationen belohnt und einem grossen Erfolg an den Kinokasse. |
| Sehenswürdig | |
| Robben Island | |
![]() Gefängnisturm auf Robben Island. Foto: April Killingsworth |
Die Insel, zwölf Kilometer vor Kapstadt, ist berüchtigt. Schon Holländer und danach Engländer nutzten sie als Sträflingskolonie. Berühmt ist Robben Island heute als der Ort, an dem Nelson Mandela und andere politische Gefangene des Apartheid-Regimes inhaftiert waren. Eintrag in der Unesco-Liste der Welterbe Robben Island Museum |
| Kimberley | |
![]() Das «Big Hole» bei Kimberley. Foto: Irene2005 |
1866 fand ein Farmerjunge am Ufer des Oranje einen Stein, der sich als Diamant entpuppte. Wenige später war die Gegend von Diamantsuchern überschwemmt, die Stadt Kimberley entstand und das «Big Hole». Innert 40 Jahre wurden dort knapp 3000 Kilogramm Diamanten abgebaut. |
| Kruger Nationalpark | |
![]() Foto: Profberger |
20 000 Quadratkilometer umfasst das Gebiet des Nationalparks. Er gehört damit zu den grössten Afrikas. Der Park wurde 1898 gegründet, die Jagd mit Bewilligung blieb aber erlaubt. Erst 1926 wurde das Gebiet zum Nationalpark und erhielt den Namen des ehemaligen Staatspräsidenten Paul Kruger, der 1904 im Schweizer Exil gestorben war. |
| Prominenz | |
| Christiaan Barnard | |
![]() Foto: Reuters |
Am 3. Dezember 1967 begann die Karriere des Christiaan Barnard als Sunnyboy und Medienstar. Die erste erfolgreiche Herztransplantation katapultierte den Chirurgen ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Eine Situation, die ihm durchaus behagte. Seine medizinischen Erfolge verblassten daneben aber ziemlich.
Spiegel-Gespräch mit Barnard, Februar 1968Porträt: Barnard, ein «Besessener in Weiss» |
| Mark Shuttleworth | |
![]() Foto: Reuters |
Mark Shuttleworth wurde 2002 weltbekannt als erster afrikanischer Astronaut. Der Internet-Millionär bezahlte aber für seinen Flug (20 Mio. Dollar), war also eigentlich ein Weltraumtourist. In Computerkreisen kennt man Shuttleworth vor allem als den generösen Mann, der das linux-basierte Gratisbetriebssystem Ubuntu finanziert. |
| Charlize Theron |
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![]() Foto:Reuters |
Die Schauspielerin Theron ist eine Vorzeigeschönheit aus Südafrika, auch wenn sie seit drei Jahren US-Staatsbürgerin ist. Denn trotzdem wurde sie auserkoren, die WM-Paarungen auszulosen. Ihren grössten Filmerfolg feierte sie allerdings nicht als Schönheit. Sie erhielt einen Oscar für ihre Rolle als (äusserst unattraktive) Serienmörderin im Film «Monster». |















