Adolf Muschg
(keystone)
Adolf Muschg (geb. 1934) gehört zu den renommiertesten Schweizer Autoren der Gegenwart, sein Name wird oft in einem Atemzug mit Max Frisch oder Friederich Dürrenmatt genannt.
Muschgs erster Roman («Im Sommer des Hasen») erschien 1965. Heute kann er auf ein umfassendes Gesamtwerk zurückblicken, das neben Romanen und Erzählbänden auch Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher umfasst. Dazu kommen Reden, Aufsätze oder auch die Monographie über Gottfried Keller.
Zu seinen grossen Werken gehören die Romane «Baiyun oder die Freundschaftsgesellschaft» (1980) über China nach dem Tod Maos, «Das Licht und der Schlüssel» (1984), den Muschg selber als seinen wichtigsten Roman bezeichnet, und «Der Rote Ritter», eine Gralsgeschichte.
Muschg erhielt viele bedeutende Auszeichnungen für sein literarisches Schaffen, so etwa 1968 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, 1984 den Literaturpreis der Stadt Zürich für sein Gesamtwerk, 1994 den Georg-Büchner-Preis.
Adolf Muschg unterrichtete von 1970 bis 1999 an der ETH Zürich. Er gehört verschiedenen renommierten Gremien an, darunter auch die Berliner Akademie der Künste. 2003 übernahm er das Präsidium der Akademie, gab das Amt aber zwei Jahre später in einem Eklat wieder ab, weil er sich mit dem Senat der Akademie zerstritten hatte.
Das Buch «Kinderhochzeit»
In Kinderhochzeit lässt Adolf Muschg seinen Protagonisten in einer badischen Kleinstadt auf Spurensuche über die Zeit des Nationalsozialismus gehen. Es ist ein Roman, der sich beim ersten Lesen nicht gleich einfach erschliesst, wie die Kritik einhellig konstatiert.
Kurzinhalt (Verlagstext)
«Klaus Marbach und seine Frau, die Juristin Manon de Montmollin, haben sich in der Arbeit am sogenannten Bergier-Bericht über die Schweizer Neutralitätspolitik im Zweiten Weltkrieg kennengelernt. Als sie sich trennen, setzt er seine Recherche im badischen Nieburg, im Herzen des Bühlerschen Aluminium-Imperiums, auf eigene Faust fort: ‹Das Böse in Nieburg, ich möchte wissen, wo es herkam und wie man ihm widersteht.› Lange merkt Marbach nicht, dass er ausgezogen ist, das Fürchten zu lernen. Denn die Verstrickung der Kriegsgeneration und diejenige ihrer Nachkommen wird zu seiner eigenen. Es ist Imogen Selber-Weiland, die letzte der Bühler-Dynastie und Alleinerbin, die seine Nachforschungen protegiert und sich seiner Fantasie zunehmend bemächtigt. Bald gerät Marbach auch auf die Spur ihrer ehelichen Verbindung mit dem auf geheimnisvolle Weise abwesenden genialischen Schriftsteller Iring Selber... »
Hören
Adolf Muschg zu Gast in der Sendung «52 Beste Bücher» Adolf Muschg an den Solothurner Literaturtagen 2008
Links zu «Kinderhochzeit»
Mit Adolf Muschg auf Spurensuche (SF Kulturplatz)Buchbesprechung NDR KulturBuchbesprechung TagesanzeigerBuchbesprechung NZZ
Mehr zu den Stichwörtern:
