Jubiläumsausgabe der Berlinale eröffnet
Während der Eröffnung der Berlinale fällt Schnee. (Keystone)
Der Bärenkampf beginnt
Die Berlinale feiert Geburtstag: Mit viel Glanz und Prominenz auf dem Roten Teppich sind in Berlin am Donnerstagabend die Internationalen Filmfestspiele feierlich eröffnet worden.
Der Wettbewerb um den goldenen und silbernen Bären kann beginnen. Bis zum 21. Februar sind in den verschiedenen Sektionen knapp 400 Filme zu sehen. Rund 1600 Gästen Gäste kamen zur Eröffnungsparty am Abend.
Chinesische Tragikomödie eröffnet Berlinale
Das Rennen um die Bären eröffnete die chinesische Tragikomödie «Apart Together». Insgesamt treten im Wettbewerb 20 Produktionen an, davon 17 Weltpremieren. Die begehrten Trophäen werden am 20. Februar verliehen, einen Tag später enden die Festspiele mit einem Publikumstag.
Als Weltpremiere ist bereits am heutigen Freitag Roman Polanskis Politthriller «Der Ghostwriter» im Wettbewerb zu sehen. Polanski selbst kann wegen seines andauernden Hausarrests in der Schweiz allerdings nicht nach Berlin kommen.
Anders als in den Vorjahren, als Festival-Direktor Dieter Kosslick mit Martin Scorseses «Shine A Light» über die Rolling Stones sowie Tom Tykwers Bankenthriller «The International» gleich zur Eröffnung laute Ausrufezeichen mit viel Prominenz setzte, suchte er dieses Mal eine ruhige Produktion ohne bekannte Stars aus.
«Es ist eine wahre Geschichte»
Regisseur Wang Quan'an erzählt im Eröffnungsfilm «Apart Together» von einer zerstörten Liebe, die gleichnishaft für die Trennung zwischen China und Taiwan steht. Ein ehemaliger Soldat aus Taiwan kehrt zurück nach Schanghai, um seine grosse Liebe wiederzufinden, die er vor 50 Jahren schwanger zurücklassen musste.
«Es ist eine wahre Geschichte», sagte der Regisseur zu diesem trotz burlesker Momente herzzerreissenden, anderthalbstündigen Film. Wang Quan'an gewann 2007 bereits mit «Tuyas Hochzeit» den Goldenen Bären.
Bekannte Gesichter an Eröffnungsgala
Zur Eröffnungsgala kam vor allem nationale Berühmtheiten. Unter den Festivalgästen war fast die komplette Riege der deutschen Filmstars - darunter Mario Adorf, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Senta Berger, Martina Gedeck, Iris Berben, Tom Tykwer und Wim Wenders.
Für internationalen Glanz sorgten unter anderem Tilda Swinton und Renée Zellweger, die in der Jury unter Leitung von Werner Herzog über die Vergabe der Bären mitentscheidet. Trotz Minusgraden und Schnee warteten am dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast mehrere hundert Fans auf Autogramme.
An den elftägigen Filmfestspielen werden Stars wie Leonardo DiCaprio, Martin Scorsese, Ben Stiller, Shah Rukh Kahn, Jeanne Moreau, Jackie Chan und Gérard Depardieu erwartet.
Schweizer Filme in Berlin
Nach zwei mageren Jahren mit nur je einem Schweizer Kurzfilm auf der Berlinale sind heuer ein Spiel- und drei Dokumentarfilme in verschiedenen Sektionen zu sehen. Allerdings ist kein Film im Wettbewerb dabei. Dagegen haben zwei Kameraleute und ein Musikkomponist aus der Schweiz Chancen auf einen Preis.
In der Reihe Berlinale Special feiert Silvio Soldinis Dreiecksgeschichte «Cosa voglio di più» Weltpremiere. «Aisheen (still Alive in Gaza)» von Nicolas Wadimoff und Béatrice Guelpa wird in der Sektion Internationales Forum des jungen Films gezeigt.
Zwei weitere Schweizer Dokumentarfilme haben eine Einladung für die Sektion Panorama bekommen: «Daniel Schmid» von Pascal Hofmann und Benny Jaberg über den 2006 verstorbenen Schweizer Filmemacher und «David Wants to Fly» des deutschen Regisseurs David Sieveking über das Erbe des Maharishi Mahesh Yogi, dem früheren Guru der Beatles.
Die beiden Kameraleute Rainer Klausmann (»Soul Kitchen») und Stéphane Kuthy (»Tannöd») sowie der Musiker Fabian Römer (»Die Tür») sind zudem für den Preis der deutschen Filmkritik 2009 nominiert, der im Rahmen der Berlinale vergeben wird. (acd, ap/dpa/sda)
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