Vom kalten Krieg und heissen Stars
Initiiert wurde das Festival vom US-Film Officer Oscar Martay, der unter anderem das Geld dafür bei der amerikanischen Militärregierung auftrieb.
Pro-westliche Propaganda
Der Anlass sollte ein «Schaufenster der freien Welt» öffnen, war also auch eine Propagandaveranstaltung gegen den Kommunismus, von dem die Stadt umgeben war. Die Filme sollten auch den Berlinerinnen und Berliner, die von Kriegsschäden und Blockade gebeutelt waren, ein wenig Abwechslung bieten.
Im Sommer 1951 eröffnete Alfred Hitchcocks «Rebecca» die ersten Filmfestspiele in Berlin. Einer der Goldenen Bären ging damals in die Schweiz. In der Kategorie «Dramatischer Film» gewann Leopold Lindtberg mit dem Film «Die Vier im Jeep».
Schaulaufen der Stars
Der Starkult und der Glamour waren von Beginn an ein wichtiger Bestandteil der Berlinale. Fast alle grossen Kinostars liefen über den roten Teppich: Sophia Loren, Gary Cooper, Jayne Mansfield, Jean Gabin, Romy Schneider, James Stewart und die Liste lässt sich beliebig in die Gegenwart verlängern mit Julia Roberts, Kate Winslet, Leonardo di Caprio usw.
Film, Politik, Skandal
In den 1960er- und 70-Jahren wurde das Festival im Sog der gesellschaftlichen Veränderungen immer politischer. Für einen regelrechten Skandal sorgte 1970 Michael Verhoevens Film «o.k.» über die Vergewaltigung eines Mädchens durch US-Soldaten. Vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs führte der Film zum Rücktritt der Jury und Abbruch des Wettbewerbs.
1979 geschah ähnliches unter umgekehrten Vorzeichen. Die Teilnehmer aus den sozialistischen Staaten verliessen das Festival, weil sie den Film «The Deer Hunter» als Beleidigung des vietnamesischen Volkes empfanden.
Filme für die Geschichte
Neben den Skandalen und noch zahlreicheren Skandälchen ist die Vergangenheit der Berlinale aber vor allem reich an Filmen, die den Goldenen Bärern erhielten und in die Filmgeschichte eingingen: «Der Lohn der Angst» von Henri Georges Clouzot, «Die Sehnsucht der Veronika Voss» von Rainer Werner Fassbinder, «Die zwölf Geschworenen» von Sidney Lumet, «Alphaville» von Jean-Luc Godard und «Wilde Erdbeeren» von Ingmar Bergman gehören dazu.
(bürg, dpa)
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