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Donnerstag, 13.5.2010

Waadtländer Lyriker Jaccottet erhält Schillerpreis

Der 85-jährige Waadtländer Lyriker, Essayist und Übersetzer, Philippe Jaccottet, erhält den grossen Preis der Schillerstiftung. Es ist der wichtigste Literaturpreis in der Schweiz.

Philippe Jaccottet (zvg)

«Die Sonne auf der weissen Mauer vormittags um elf» - eine Reise zu Philippe Jaccottet

Der Westschweizer Dichter Philippe Jaccottet gehört zu den wichtigsten französischsprachigen Lyrikern und Übersetzern der Gegenwart. Leicht und beinahe beiläufig - so schreibt der 83-Jährige seit mehr als 50 Jahren über Blumen, Flüsse und die Berge.   Mehr

Passage2 vom Freitag, 14.5.2010, 20.00 Uhr

Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 1925 in Moudon geboren und lebt seit etwa 60 Jahren in Frankreich. Die Werke des Lyrikers und Essayisten wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Er selber übersetzte überdies unter anderen Homer, Goethe, Rilke und Ingeborg Bachmann ins Französische. Jetzt hat ihn die Schillerstiftung mit dem wichtigsten Literaturpreis der Schweiz ausgezeichnet, dem Grossen Schillerpreis.

Der Brückenbauer
Weil der Schillerpreis der einzige Schweizer Literaturpreis ist, der in allen vier Landessprachen vergeben wird, gab es am Donnerstag im Stadttheater Solothurn Laudationes in französisch, italienisch und deutsch. Laudatoren waren die Autoren Pierre Chappuis und Fabio Pusterla sowie der Literaturkritiker Andreas Isenschmid.

Eine der Begrüssungsreden hielt ausserdem Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamts für Kultur (BAK). Er mochte sich in seiner Ansprache nicht auf einen literaturhistorischen Diskurs einlassen, sondern wollte dies seinen qualifizierteren Nachrednern überlassen.

Doch erinnerte Jauslin daran, dass Jaccottet als Übersetzer - ebenso wie die Schweizer Schillerstiftung - ein Brückenbauer über die Sprachgrenzen sei und damit ein Anliegen unterstütze, das dem BAK wichtig sei.

Stiftung auf Sparkurs
Da die Schillerstiftung sparen muss, vergibt sie dieses Jahr keinen der kleinen Schillerpreise, sondern entscheidet lediglich zusätzlich über den Träger des von der Zürcher Kantonalbank gestifteten ZKB-Schillerpreises. Der Grosse Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung wird nur alle vier bis sechs Jahre verliehen und ist mit 30'000 Franken dotiert.

Offiziell starten die Solothurner Literaturtage am Freitagmorgen mit Lesungen von Felix Kauf, Michel Mettler und Simon Froehling im Landhaus sowie einem Jugendprogramm im Alten Spital. Bis zum Sonntag werden fast 100 Literaturschaffende Lesungen und andere Veranstaltungen bestreiten. Einer der Stargäste ist Martin Suter. (nab, sda)

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Über den Stellenwert von Jaccottets Werk. (Hans Ulrich Probst, 13.5.2010)
Hören (3:57)

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