Schweinegrippe-Impfaktion startet bald
Die zwei Komponenten des Impfstoffes Pandemrix liegen bereit. (Keystone)
Umstrittene Wirkungsverstärker
Schweinegrippe-Impfstoff verunsichert Schwangere
Ab sofort stehen in der Schweiz zwei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe A (H1N1) zur Verfügung. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat sie zugelassen.
Die Impfstoffe von Novartis und Glaxo Smith Kline werden ab nächster Woche an die Kantone ausgeliefert. Diese sind für die Feinverteilung und die Organisation der Impfungen zuständig.
Impfung gratis
Die Impfung ist für alle Menschen freiwillig und gratis, wie das Bundesgesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Die Kosten werden von der Eidgenossenschaft, den Kantonen und den Krankenkassen gemeinsam getragen.
Zuerst die Risikogruppen
Wie BAG-Direktor Thomas Zeltner erläuterte, sollen sich in der ersten Phase die Personen impfen lassen, die einer Risikogruppe angehören oder im Gesundheitswesen arbeiten. Zu den Risikogruppen gehören insbesondere Kinder sowie Erwachsene mit chronischen Krankheiten.
Genügend Impfstoff für alle
In der zweiten Phase, die etwa 14 Tage später beginnt, können sich laut Zeltner dann alle Personen impfen lassen, die das wünschen. Mit 13 Millionen Dosen stehe auf jeden Fall genug Impfstoff zur Verfügung.
Impfstoff an Entwicklungsländer abgeben
Angesichts der für einen Grossteil der Bevölkerung eher harmlos verlaufenden Grippe verfüge die Schweiz jetzt sicher über zu viel Impfstoff. Der Bund habe aber mit den Lieferfirmen vereinbart, Impfdosen an Entwicklungsländer abzugeben. 10 bis 20 Prozent würden sicher jetzt schon abgegeben und später eventuell noch mehr, erklärte der BAG-Direktor.
Fälle haben zugenommen
Laut dem BAG hat die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in den letzten Wochen in der Schweiz deutlich zugenommen. Bislang wurden 1550 Fälle mit Laboruntersuchungen bestätigt. Die Zahl der effektiv erkrankten Personen liege aber um ein Vielfaches höher, sagte Zelter gegenüber Schweizer Radio DRS. Die bestätigten Fälle seien nur die Spitze des Eisberges.
Zwei Impfstoffe von zwei Firmen
Bei den zugelassenen Impfstoffen handelt es sich um Focetria vom Schweizer Pharmariesen Novartis und um Pandemrix von Glaxo Smith Kline. Man habe sich nicht nur auf eine Firma verlassen wollen erklärte Zeltner, denn man wisse nie, wann es beispielsweise Schwierigkeiten in der Produktion geben könne und wollte sicher gehen dass sich die Auslieferung nicht verzögere.
Beide Impfstoffe enthalten Verstärker
Beide Impfstoffe enthalten ein Adjuvans, das heisst einen wirkungsverstärkenden Hilfsstoff. Der Einsatz dieser Komponente war in den vergangenen Wochen immer wieder kritisiert worden. Er gehe aber davon aus, dass der Einsatz dieses Stoffes für alle - auch für Schwangere - sicher sei, sagte Zeltner weiter. Bisher habe man nur Daten über Impfungen mit dem Adjuvans und noch keine Daten über Impfungen ohne den Wirkstoff.
Focetria: Auch für Kinder
Bei beiden Impfstoffe ist der Anwenderkreis eingeschränkt. Focetria ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab sechs Monaten empfohlen.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit muss der behandelnde Arzt nach der geltenden Impfempfehlung des BAG die möglichen Vor- und Nachteile einer Impfung abwägen.
Pandemrix: Nur eingeschränkte Zulassung
Bei Pandemrix ist der Anwenderkreis stärker eingeschränkt. Zurzeit würden vor allem Daten für Erwachsene vorliegen, schreibt Swissmedic. Das Institut hat deshalb die Anwendung von Pandemrix für Schwangere, Kinder unter 18 Jahren und Erwachsene über 60 Jahren noch nicht zugelassen.
Bei Impfbeschwerden zum Arzt
Swissmedic ruft Patientinnen und Patienten auf, sich bei stärkeren oder ungewöhnlichen Symptomen nach der Impfung an ihren Arzt oder Apotheker zu wenden. (luek, sda/ap)
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