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Sonntag, 29.5.2011

«Schriftsteller brauchen Katastrophensucht»

Der Autor Lukas Bärfuss kümmert sich in seinen Texten oft um schwierige Themen. Ihn interessiere, wie sich die Menschen in schwierigen Situation verhalten, erzählt Bärfuss im Sonntagsgespräch des Regionaljournals.

Lukas Bärfuss findet seine Heimatstadt Thun wunderschön, aber um etwas zu erleben in der Welt, müsse man irgendwann mal weg. (SRF)

Der gebürtige Thuner Lukas Bärfuss ist seit Jahren international gefragt als Autor, oft für Theaterstücke. Unter anderem hat er die Sexualität von geistig Behinderten thematisiert («Die sexuellen Neurosen unserer Eltern»), den Völkermord von Ruanda («100 Tage») oder die Ausbeutung von Ressourcen («Öl»). An schwierigen Stoffen interessierten ihn die Menschen, sagt Bärfuss. Allerdings müsse man als Schriftsteller schon eine gewisse Katastrophensucht haben, was das Schreiben anbelangt.

Ein kritischer Denker
Lukas Bärfuss äussert sich im Sonntagsgespräch des Regionaljournals kritisch zur Behauptung, Globalisierung und Marktwirtschaft seien ohne Alternative: Wenn man gewisse Dinge einfach hinnehmen müsste, ohne sie in einem demokratischen Prozess diskutieren zu können, wäre ein Teil der Aufklärung gescheitert. Bei zwischenmenschlichen Beziehungen plädiert Bärfuss dafür, die andern so zu sehen, wie sie gesehen werden möchten. Und nicht so, wie man sie selber sehen möchte.

Am 26. Mai 2011 hat der Kanton Bern Lukas Bärfuss zum zweiten Mal mit einem Literaturpreis ausgezeichnet. (haee)

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Gespräch mit Lukas Bärfuss über das, was ihn bewegt.
Hören (13:55)

Weiterführende Links zum Beitrag:

  • Zur Begründung der bernischen Literaturpreise 2011
  • Gespräch mit Lukas Bärfuss im «Kulturplatz» (2008)

Verantwortlich für diesen Beitrag:

Elisa Häni


Mehr zum Stichwort:

  • Lukas Bärfuss

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