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Max Bill - Architekt, Designer, Künstler

Max Bill kam 1908 in Winterthur zur Welt. Nach Abschluss der Kunstgewerbeschule in Zürich, studierte er 1928 am Bauhaus in Dessau, wo unter anderem Paul Klee oder Wassily Kandinsky zu seinen Lehrern zählten. Anschliessend kehrte er nach Zürich zurück, wo er als Maler, Plastiker, Grafiker, Publizist und Architekt arbeitete. 1950 war Bill Mitbegründer der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Er entwarf deren Gebäude (siehe Bild oben) und wirkte bis 1956 als Rektor. 1951 wurde Bill für den «Schweizerpavillon» an der Triennale in Mailand ausgezeichnet. 1964 leitete er den Sektor «Bilden und Gestalten» an der Expo in Lausanne.

Max Bill an der Expo 64: «Ich bin weder ein Hellseher noch ein Prophet. Die Frage, wie unsere Umwelt und unsere Kunst aussehen wird im Jahre 2000, kann ich nicht beantworten. Aber ich würde es gerne wissen.» Hören


Das Multitalent
Bill
Ob als Architekt, Künstler oder Designer: Viele von Max Bills Objekten sind Klassiker. Der «Ulmer Hocker» von 1954 - ein Universalmöbel, das gleichzeitig als Sitzmöglichkeit, Beistelltisch und Transportbehältnis dient, die Junghans-Wanduhr mit Zeitmesser, die in keiner Küche fehlen durfte oder der «Kreuzzargenstuhl» von 1952 sind nur einige Beispiele. Daneben entwarf Bill unzählige Gemälde, Skulpturen, Plakate, grafische Werke und auch Gebäude. Das grösste von Max Bill geplante und ausgeführte Projekt in der Schweiz war das Radiostudio in Zürich. Auch politisch war Bill engagiert: 1961 war er Zürcher Gemeinderat und von 1967 bis 1971 Nationalrat. Max Bill wollte seine Umwelt verändern - und damit menschenwürdige Lebensverhältnisse für alle schaffen, wie er selbst sagte.

«Ich habe eine merkwürdige Eigenheit, dass ich die Umwelt irgendwie verändern will» Hören


Welche seiner vielen künsterlischen Schaffensweise nun sein liebste war, konnte er nicht sagen - auch nicht einem hartnäckigen Radiojournalisten, der ihn 1968 dazu befragt hat. Bill sagte von sich selbst, das er sowieso nur die Dinge tue, die er gerne tue.

Journalist: «Welche Sparte ihres reichhaltigen Schaffens ist die beste?» Bill: «Das kann ich nicht sagen.» Journalist: «Was machen Sie denn am liebsten?» Bill: «Auch das kann ich nicht sagen.» Hören


Konkrete Kunst
In engem Zusammenhang mit Max Bills Werk steht die «Konkrete Kunst». Diese Kunstrichtung, die er mitbegründete, basiert im Gegensatz zu abstrakter Kunst auf mathematisch-geometrischen Grundlagen und grenzt sich durch ihr wissenschaftliches Denken von ihr ab. Klare Strukturen und Proportionen zeichnen die Werke aus. «Ziel der Konkreten Kunst ist es, Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln, ähnlich wie der Mensch sich Gegenstände schafft für den materiellen Gebrauch» formulierte Max Bill 1947 in seiner Einleitung zum Katalog der Ausstellung «Zürcher Konkrete Kunst».

«Ich bezeichne diese Objekte als Gegenstände für den geistigen Gebrauch. Ähnlich einem Medikament ist der Gebrauch das 'Aufnehmen'. Jeder Gegenstand hat einen Gebrauch.»
Hören


Welchen Einfluss geometrische Formen auf sein Schaffen hatten, zeigt ein Interview mit Max Bill von 1991, in dem er versucht, ausgehend von der Granit-Plastik «Halbe Kugel um eine Achse», seine Arbeitsweise zu beschreiben.

«Wenn ich das beschreiben könnte – mit Worten – dann hätte ich vielleicht diese Kugel gar nicht gemacht.» Hören


Max Bill war einer der bedeutendsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Er verstarb 1994 mit 85 Jahren auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Im Jahr 2008 wurde sein Leben im Film «Bill - das absolute Augenmass» verfilmt.

Thomas Hägler

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Ein kurzer Bild-Rundgang durch Bills Schaffen und Leben.

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