(Reuters)
Cannes: Der Nabel der Filmwelt
Der Vorhang ist gefallen, die Preise sind vergeben und der Rote Teppich ist aufgerollt. In Cannes hat die französische Doku-Fiktion «Entre les Murs» (Zwischen den Mauern) die Goldene Palme gewonnen.
Die Jury des berühmtesten Filmfestivals der Welt entschied
sich einstimmig für den Film über ein Schuljahr an einem Pariser Collège von Laurent Cantet. Der Regisseur
arbeitete mit echten Schülern und Lehrern und erzählt in improvisiertem
Stil die Dramen eines Schuljahres. «Entre les Murs» ist der erste
französische Film seit mehr als zwanzig Jahren, der mit der begehrten
Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der Juryvorsitzende, der
US-Schauspieler Sean Penn, hatte die Auseinandersetzung mit der
Gegenwart als ein wichtiges Kriterium ausgegeben. Dem Gewinner müsse
«bewusst sein, in welchen politischen Zeiten er lebt», hatte er
gefordert.
Mit den diesjährigen Filmfestspielen beherbergte Cannes zum 61. Mal eines der
grössen und traditionsreichsten Festivals überhaupt. Auf dem Programm standen dieses Jahr über
80 Kurz- und Spielfilme aus über 30 Ländern; die Regisseure Clint
Eastwood, Steven Soderbergh und Wim Wenders buhlten um die Goldenen
Palme, Sean Penn präsidierte die offizielle Jury, und Fatih Akin hatte den
Vorsitz der Nebenreihe «Un certain regard»; daneben präsentierte Woody
Allen sein neustes Werk, und Steven Spielberg feierte die Uraufführung
des vierten «Indiana Jones»-Films.
