Film-Tipp: Natalie Portman brilliert in «Black Swan»
Für ihre grossartige Performance in «Black Swan» hat sich Natalie Portman gestern den Golden Globe als beste Darstellerin geholt.
Nina, Balletttänzerin in einer Tanzkompanie, bekommt die Chance ihres Lebens: Die Doppelrolle des weissen und des schwarzen Schwans in Tschaikowskis Schwanensee. Angetrieben von ihrer ehrgeizigen Mutter und einem manischen Regisseur versucht sie, ihre düstere Seite herauszukehren, die für die Interpretation des schwarzen Schwans nötig ist.
Nicht nur auf der Bühne, auch in ihrem Privatleben muss Nina einiges ändern. Eine Metamorphose, die sie an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringt.
Psychische und physische Schinderei
Das Ringen um eine Rolle, das Schinden des eigenen Körpers und die alles verschlingende Entschlossenheit, nicht zu scheitern, wird von Regisseur Darren Aronofsky perfekt in Bilder gegossen, praktisch ausschliesslich in Innenräumen inszeniert: in leeren Gängen, in kalten Proberäumen, in kargen Empfangssälen. Beispielhaft ist eine Szene, in der Nina den Part des schwarzen Schwans tanzt und sich ihre Arme langsam zu schwarzen Flügeln wandeln.
Bilder voller Symbolik
Derlei Symbolik kommt im ganzen Film nicht zu kurz. Spiegel sind omnipräsent, ständig muss Nina ihr eigenes Ich hinterfragen. Ständig wechselt die Filmebene zwischen Traum und Wirklichkeit, Einbildung und Realität. «Tanzt sie nun wirklich den Schwanensee oder träumt sie nur?» fragt sich das Publikum.
Natalie Portman spielt die verstörte Balletttänzerin mit solcher Stärke, Wucht und Verletzlichkeit, dass sie die Zuschauer in ihren Bann zieht. Sie trägt den gesamten Film - sie «ist» praktisch der Film und zeigte die wohl beste Leistung ihrer Karriere. (ra)
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