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06.11.2010

Film-Tipp: Zum Weinen und Lachen

Krebskranke Kinder im Kino? Nein danke, sagt sich wohl so mancher. Doch das wäre ein Fehler. «Stationspiraten» ist ein sehenswerter neuer Schweizer Film. Kein deprimierendes Betroffenheitskino, sondern ein «Feelgood-Drama».

Die Stationspiraten können ihrem Schicksal nicht entfliehen, aber ab und zu ein Abstecher aufs Spitaldach muss sein. (Walt Disney)

Die Stationspiraten sind ein Knirps und drei Jugendliche, die Krebs haben und im Spital ein Leben zwischen Katheter und Chemotherapie verbringen. Ein vierter Jugendlicher mit Verdacht auf Krebs stösst dazu.

Die Teenager reden über Fussball und Mädchen, hecken Streiche aus und rauchen auch mal heimlich eine Zigi. Bloss haben sie ihren Spass nicht hinterm Schulhaus, sondern auf dem Dach oder in den Gängen eines Kinderspitals.

Sympathische Laiendarsteller
Im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen haben sie das Leben bereits hinter sich. Der drohende Tod ist ihr ständiger Begleiter. Alle gehen anders damit um, der eine träumt, der andere macht auf Zweckoptimismus.

Das wirkt natürlich und nachvollziehbar, auch wenn nicht alle jungen Laiendarsteller überzeugend agieren. Sie kommen sympathisch rüber, und das ist bei so einem Thema wohl fast wichtiger als Professionalität.

Ein Film übers Leben
Sie hätten nicht einen Film über den Tod, sondern übers Leben machen wollen, meint Regisseur Michael Schaerer. Und das ist ihm und seinem Team auch wirklich gelungen. Trotz des Themas strotzt «Stationspiraten» vor Lebensfreude.

Das ist keine geringe Leistung und hat viel mit dem gelungenen Drehbuch von Jürgen Ladenburger zu tun, der nur vier Wochen vor Drehbeginn überraschend verstarb. Er bezeichnete «Stationspiraten» zurecht als «Feelgood-Drama». (rb)

«Box-Office»-Beitrag von SF

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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