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13.09.2010

Film-Tipp: Clooney als Langweiler

Er hat sie schon alle abgelichtet: U2, David Bowie, Depeche Mode und viele andere Popstars. Nachdem der holländische Fotograf Anton Corbijn auch diverse Musikvideos gedreht hatte, präsentierte er 2007 mit «Control» seinen ersten Spielfilm über die Band Joy Division. Sein Zweitling «The American» hat nun nichts mehr mit Musik zu tun.

George Clooney als Killer Jack oder Clark oder Mister Butterfly oder Signore Farfalle. (Ascot Elite)

Mal nennt er sich Jack, mal Clark. Und da er das Gesicht von George Clooney hat, glaubt niemand ernsthaft, dass er in der ersten Szene im schwedischen Schnee sterben wird. Der Killer im Wald ist denn auch so blöd zu warten, bis er entdeckt wird.

Denn hätte der Kerl ein paar Sekunden früher abgedrückt, als er Jack oder Clark im Fadenkreuz hatte, gäbe es keinen George-Clooney-Film zu sehen. Und Clooney-Fans können sicher sein, auch weitere Killer sind dümmer als der Filmheld.

Die ewig gleiche Geschichte
Jack oder Clark flieht in ein abgelegenes Bergdorf in den italienischen Abruzzen. Er ist ein Auftragskiller und Waffenschmied. Doch er möchte aussteigen und ein normales Leben führen, und zwar ausgerechnet mit der Nutte Clara (Violante Placido).

Falls diese Geschichte nicht sonderlich neu klingt, dann liegt das daran, dass sie schon ix mal erzählt wurde. Macht nichts, solange die Geschichte auch zum ixten Mal gut erzählt wird. Doch das gelingt Regisseur Anton Corbijn leider nicht.

Der ewig gleiche Gesichtsausdruck
«The American» dümpelt 104 Minuten vor sich hin. Man sieht Clooney beim Spazieren, beim Parlieren mit dem Dorfpfarrer (Paolo Bonacelli), beim Waffenbauen, beim Fiatfahren etc. Und immer trägt er denselben Gesichtsausdruck zur Schau.

Clooney-Fans mögen das toll finden, Kinofans ist das zu wenig. Daran ändern auch die wunderschönen Aufnahmen, die den stilbewussten Fotografen verraten, nichts. Auch nicht, dass «The American» als Thriller angepriesen wird.

Lieber andere Filme
«The American» ist kein Thriller, sondern der gestelzte Versuch, einen existenziellen Western im Gewand eines Thrillers zu drehen. Doch statt existenziell ist der Film bloss klischiert und langweilig. Die Schlussszene ist gar ein absolutes No go.

Das ist schade. Clooney-Fans bekommen mit «Michael Clayton» einen weitaus spannenderen und intelligenteren Thriller. Und Corbijn-Fans schauen sich besser «Control» an, der Film über die britische Band «Joy Division» ist nämlich sehr sehenswert. (rb)

Das ganze Interview mit Anton Corbijn

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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