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06.09.2010

Film-Tipp: Die Illusionsmaschine

Das Kino ist eine Illusionsmaschine. Am schönsten ist dies bei Animationsfilmen zu erfahren. In Baden findet vom 7. bis 12. September zum achten Mal das Animationsfilm-Festival Fantoche statt. Einer der Höhepunkte ist die Zeichentrick-Perle «L'Illusionniste», eine Verbeugung vor dem Filmpoeten Jacques Tati.

Was tut ein Bühnenzauberer, der seine Stelle verliert? Er zaubert sich durchs Leben (und in die Herzen der Zuschauer). (Pathé Films)

Baden ist eine ganz reale Kleinstadt, wo man nicht nur mit dem Schnellzug durch brausen, sondern tatsächlich aussteigen kann. Und es lohnt sich. Schon wegen der Altstadt und Beizchen, diese Woche jedoch ganz besonders wegen Fantoche.

Das international renommierte Festival für Animationsfilm bietet während sechs Tagen einen Querschnitt durch das aktuelle Trickfilmschaffen. Sowohl Kurz- als auch Langfilme kommen zur Aufführung.

Französischer Chaplin
Ein sehr sehenswertes Highlight ist «L'Illusionniste», den die Macher des skurrilen «Les triplettes de Belleville» nach einem unverfilmten Drehbuch des französischen Chaplin Jacques Tati realisierten.

Da verliert ein klassischer Bühnenzauberer durch den umjubelten Auftritt einer Rockband seinen Job. Deshalb hält er sich fortan mit kleineren Auftritten an Gartenfesten, in zwielichtigen Bars und Cafés über Wasser. Bis er ein Mädchen trifft, das sein Leben entscheidend verändert.

Auch für grosse Trickfilmfans
2D, von Hand gezeichnet, geradezu unverschämt altmodisch. Ein herrlicher Kontrast zu all den Computeranimationsfilmen in 3D. «L'Illusionniste» ist ein Zeichentrickfilm auch für Menschen, die weder Kinder noch Göttikinder oder Enkel haben.

«L'Illusionniste» läuft bei Fantoche im Kino Trafo als Deutschschweizer Premiere am Donnerstag um 20.45 Uhr, am Samstag um 22.45 Uhr und am Sonntag um 15.30 Uhr. Regulär kommt der Film am 14. Oktober in die Kinos. Das komplette Fantoche-Programm gibt es unter diesem Link. (rb)

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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