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30.08.2010

Film-Tipp: Mit Vollgas in die Midlife-Krise

Dani Levy ist ein Schweizer Filmregisseur, der in Berlin lebt. Alfi Seliger, der Antiheld seiner neuen Komödie «Das Leben ist zu lang», ist ebenfalls Filmregisseur. Da sind selbstironische Pointen garantiert.

«Doktor Mohr (Heino Ferch), Sie sehen aus wie Heino Ferch.» Links im Bild Meret Becker und Dani Levys Tochter Hannah als Frau und Kind des Helden, dem gerade ins Gesicht geleuchtet wird. (Filmcoopi)

«Mohammed lacht sich tot» heisst das Drehbuch, das Alfi Seliger (Markus Hering) geschrieben hat. Eine schwarze Komödie über die Mohammed-Karikaturen. Nicht gerade aktuell, aber lebensmüde. Entsprechend klein ist das Interesse daran.

Gleichzeitig versucht sich Seliger mehr schlecht als recht als Dompteur seiner pubertierenden Kinder. Dabei merkt er nicht mal, dass er selber sein Handy in der Hand hat, als er seinem Sohn befiehlt, bei Tisch das Handy wegzulegen.

50 und kein bisschen Glück
Das Leben meint es nicht gut mit Alfi Seliger. Er ist 50 und hat seit Jahren keinen Film mehr gedreht. Sein Konto löst sich in Luft auf, als seine Bank Konkurs geht. Und dann muss er noch eine Darmspiegelung machen.

Während der Arzt ihm empfiehlt, lustige und positive Filme zu machen, staunt Alfi darüber, wie sehr der Arzt dem Schauspieler Heino Ferch ähnelt. Kein Wunder, wird er doch von ebendiesem gespielt.

Film im Film
Es hat einige solche Brüche in dieser Komödie. So stellt Alfi Seliger, der Autorenfilmer im Film, den realen Autorenfilmer Dani Levy zur Rede und verlangt, dass dieser ihm ein besseres Leben schreibe. Eine hübsche Metaszene.

Als dann auch noch Alfis Frau (Meret Becker) eine Affäre beichtet, hat er endgültig genug und will sein «zu langes» Leben verkürzen. Doch als er seinen Abschiedsbrief absenden will, streikt das Mailprogramm.

Viele deutsche Stars
«Das Leben ist zu lang» ist eine witzige Komödie, in der Dani Levy mit viel Selbstironie die deutsche Filmszene aufs Korn nimmt. Alle möglichen deutschen Stars wollten dabei mitmachen: Veronica Ferres, Udo Kier, Elke Sommer, Gottfried John, Yvonne Catterfield u.a.

Hauptdarsteller Markus Hering ist zwar eher einem Theaterpublikum bekannt, das könnte sich nach diesem Film allerdings schlagartig ändern. Er ist als sich unverstanden fühlender Filmer Alfi Seliger eine Entdeckung. (rb)

Monika Schärer von SF interviewt Dani Levy

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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