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30.11.2009

Film-Tipp: Til Schweiger stürzt ab

«Keinohrhasen» war der erfolgreichste deutsche Film des Jahres 2008. Die logische Konsequenz ist der Versuch, mit einer Fortsetzung noch mehr Geld zu verdienen. Die Rechnung könnte aufgehen, auch wenn «Zweiohrküken» viel schlechter ist.

Blasse Farben, greller Humor: Nora Tschirner und Til Schweiger. (Warner Bros.)


Eigentlich ist schon nach der ersten Szene klar, dass Til Schweiger - Hauptdarsteller, Regisseur, Co-Produzent und Co-Autor in Personalunion - das Niveau massiv nach unten korrigiert hat. Als erstes sieht man Anna (Nora Tschirner) als Düsenjäger-Pilotin à la «Top Gun» am Himmel rum flitzen, bis sie nach der Landung ihren Overall aufreisst und zwei Riesentitten präsentiert, die etwa so echt sind wie Schweigers Pepsodent-Lächeln.

Natürlich ist das bloss ein Traum von Ludo (Til Schweiger), denn seine Freundin Anna ist ja eher flachbrüstig. Und statt Loopings am Himmel zu machen, stresst sie Ludo mit ihren Ansprüchen nach Ordnung, Harmonie und Treue. Aber Ludo ist halt ein richtiger Kerl, deshalb räumt er auch der Harmonie zuliebe nicht auf, vergisst einzukaufen und andere Wichtigkeiten, die ein Zusammenleben erträglich machen.

Schenkelklopf- und Fäkalhumor

Doch im Grunde ist er ja ein lieber Kerl, der Ludo. Deshalb herrscht am Ende auch wieder Friede, Freude, Eierkuchen, während das Publikum zu Baschis erstem deutschen Hit «Unsterblich» das Kino verlässt.

Ob die Frauen, die jeden Schweiger-Film sehen wollen, seinen Abstieg in die Niederungen des Schenkelklopf- und Fäkalhumors goutieren? Vom spitzbübischen Charme, der «Keinohrhasen» noch auszeichnete, ist bei «Zweiohrküken» auf jeden Fall nichts mehr zu spüren. Dafür gibt es auch noch einen Riesenpenis zu sehen, der ebenso falsch ist wie die Frauenbrüste am Anfang. Lustig, oder?

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Kritik des Filmexperten Reto Baer
Hören (3:26)



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