Ob beim Hochadel des französischen Versailles oder bei den Unruhen in Soweto - Mächtige und Unterdrückte versuchen gleichermassen, ihren Anliegen mittels Musik den nötigen Nachdruck zu verleihen. Wir besuchen vier unterschiedliche Orte, wo Musik und Macht zusammenspielten.
Als Jungen spielten sie miteinander im Schlossgraben und tanzten zusammen im Ballet, später wurden sie beide epochal. Mit Verstand und Intrigen brachten es Louis XIV zum mächtigsten Herrscher Europas und sein Oberhofmeister Jean-Baptiste Lully zur Musik-Instanz, um die kein Weg herumführte, in und ausserhalb von Versailles. Mehr
«Sinfonia grande, intitolata Bonaparte» - das schrieb Beethoven auf seine Eroica-Sinfonie. Der glühende Republikaner wollte damit Napoleon ein Denkmal schaffen. Als dieser aber Kaiser wurde, kratzte Beethoven die Widmung wutentbrannt wieder weg. Mehr
Giuseppe Verdi war nicht nur ein bekannter «Maestro di musica», er ist auch der glorifizierte «Maestro della Rivoluzione italiana». Seine patriotisch verstandenen Chöre, allen voran der Gefangenenchor aus Nabucco, sollen der Revolution gedient haben; später war Verdi gewählter Parlamentarier und Freund des Ministerpräsidenten Camillo Cavour. Mehr
Die Zweiklassengesellschaft der südafrikanischen Apartheid bot musikalisches Konfliktpotenzial. Wenn schwarze und weisse MusikerInnen zusammen spielen wollten, mussten sie das im Versteckten tun - das gemeinsame Musizieren allein war schon ein subversiver Akt, der sanktioniert werden konnte. Mehr