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Solothurner Filmtage 2009
Mit würdigen Preisträgern und einem Zuschauerrekord ist am Wochenende die turbulente 44. Ausgabe der Solothurner Filmtage zu Ende gegangen. Zu hören waren während der sieben Tage heftiger Zank ebenso wie grosser Jubel.
Zum Träger des ersten «Prix de Soleure » kürte die Jury den Dokumentarfilm «No More Smoke Signals» von Fanny Bräuning. Der Film über das Leben der Menschen im ärmsten Indianerreservat der USA habe «inhaltlich und ästhetisch» überzeugt, hiess es in der Erklärung.
Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, Regisseurin Stina Werenfels und Schriftsteller Peter Weber lobten das «Zusammenspiel von Bild, Ton und Montage» im Streifen der Basler Regisseurin. Bräuning schildert nicht nur die gegenwärtige Lage der Lakota Nation, sondern auch die traumatische Geschichte des Stammes.
Der mit 60 000 Franken dotierte «Prix de Soleure » wurde dieses Jahr erstmals vergeben. Er ist bestimmt für einen Spiel- oder Dokumentarfilm, der durch «ausgeprägten Humanismus» überzeugt.
Doppelte Würdigung
Das Publikum der Filmtage entschied sich bei der Vergabe des «Prix du Public» für Léa Pools Spielfilm «Maman est chez le coiffeur». Der Beitrag der aus Lausanne stammenden Regisseurin handelt von einer Familie, der die Mutter abhanden kommt.
Pool war dieses Jahr auch die als Rencontre bezeichnete Retrospektive gewidmet. Dank des mit 20 000 Franken dotierten «Prix du Public» hat sich die weite Anreise für die Regisseurin jetzt gleich doppelt gelohnt. Pool, die in Kanada lebt, war während der gesamten Dauer der Filmtage in Solothurn. Sie lobte das interessierte Publikum. «Danach zu urteilen sollte der Schweizer Film in ausgezeichneter Verfassung sein», sagte Pool bei der Preiszeremonie am Samstagabend.
Branchenzank
Geprägt waren die 44. Filmtage von Höhe- und auch von Tiefpunkten. Bei einer Informationsveranstaltung des Bundesamtes für Kultur (BAK) trat die Missstimmung zwischen der BAK-Sektion Film und einem Teil der Filmschaffenden offen zutage.
Offenbar hält jedoch der Gesprächsfaden. Die Branche muss sich denn auch zusammenraufen, um Herausforderungen wie der flächendeckenden Einführung der kostspieligen Technologie «Digital Cinema» in der Schweiz zu begegnen.
Allseits gefeiert wurde in Solothurn die Oscar-Nomination für Reto Caffis Kurzfilm «Auf der Strecke». Auch der Blick auf die Kinokassen dürfte mittelfristig optimistisch stimmen, stehen doch die Erfolgsfilme «Home» und «La Forteresse» aus der Romandie vor dem Sprung in die Deutschschweiz.
