Basel am Rand - Ein Stadtspaziergang der etwas anderen Art
(Jürg Buess)
Kultur am Stadtrand
Die Mitte einer Stadt kennt man in der Regel gut. Dort ist der Marktplatz, das Rathaus, die Einkaufsmeile. Dort steht das Theater und das Kunstmuseum und alle 200 Meter eine Tram- oder Bushaltestelle. An den Rändern der Städte ist das anders. Dort fühlt man sich manchmal fremd, obwohl man in derselben Stadt wohnt.
Ein solcher Stadtrand ist in Basel die Gegend um den Voltaplatz im Quartier St. Johann dicht an der französischen Grenze. Wie es sich für einen Stadtrand gehört, sammelt sich hier alles, was in der Mitte keinen Platz findet: der Verkehr, der billige Wohnraum, die Brachen in den Strassenschluchten. In den vergangenen zehn Jahren war dieses Gebiet eine einzige Baustelle, denn hier entstand die Nordtangente, eine unterirdische Verbindung der Autobahnen nach Deutschland und Frankreich.
Das riesige Strassenbauvorhaben wurde von einem Kunstprojekt begleitet, das die Zumutungen der Grossbaustelle abfedern sollte. Das Projekt «Nordtangente - Kunsttangente» richtete sich an die Quartierbevölkerung, versuchte aber auch, die Leute in anderen Quartieren auf die Umbrüche im St. Johann aufmerksam zu machen. Nun ist der Autobahntunnel eröffnet, und im Quartier hat sich eine junge Kunstszene eingenistet, die sich aus der Randlage einen Spass macht, im Off laboriert und experimentiert - und dabei international bereits wahrgenommen wird. Höchste Zeit, das Quartier nach Abzug der Bagger neu zu entdecken!
Begleiten Sie uns auf einen Stadtspaziergang der etwas anderen Art und streifen Sie zusammen mit Daniel Baumann und Franziska Baetcke durch die Strassenzüge zwischen dem Novartis Campus, dem S-Bahnhof St. Johann und dem Ende der Schweiz. Daniel Baumann, Projektleiter von «Nordtangente - Kunsttangente» (2002-2010), ist am 7. Oktober, 11 Uhr, Gast in der Live-Sendung «Reflexe» im Kaffeehaus «unternehmen mitte» in Basel.
Treffpunkt: Ausstellungsraum New Jerseyy, Ryffstrasse 12, St. Johann
Kostenlose Veranstaltung für DRS 2 Kulturclub-Mitglieder
Maximalbeteiligung: 30 Personen
