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Montag, 24.10.2011

Pelli trotz Verlusten und Wahlkrimi zuversichtlicher

FDP-Präsident Pelli gibt sich trotz Verlusten und der knapp entgangenen eigenen Abwahl wieder zuversichtlicher: Alle grossen Parteien hätten verloren. Die FDP gewinne wieder an Profil und sei gleich solide wie beim Ersatz der letzten beiden Bundesräte.

Knapp wiedergewählt: Fulvio Pelli. (Reuters)

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Der Präsident der FDP - nach einer Achterbahnfahrt im Tessin mit nur 58 Stimmen Vorsprung auf seinen engsten Konkurrenten wiedergewählt - gibt sich wieder wieder optimistischer als auch schon: «Am Sonntagnachmittag war ich abgewählt und die Partei mit sieben oder acht Sitzen im Minus, am Ende bin ich doch gewählt, und die Partei hat offenbar nur vier Sitze verloren», bilanzierte Fulvio Pelli am Tag danach gegenüber Schweizer Radio DRS.

«Dies gibt uns etwas Mut, weiterhin für die Partei zu kämpfen», sagte der Tessiner weiter, der im kommenden Frühling das Präsidium ohnehin abgeben will. Auch wenn sein Ergebnis nicht gut sei, sei er doch erleichtert, in Bern weiterarbeiten zu können.

Pelli: Schwierige Lage der FDP imTessin
Den Denkzettel begründet er mit dem Problem bei der Kantonalbank, das «eigentlich gar kein Problem» sei und dessen politische Folgekampagne glücklicherweise nicht gestochen habe. Pelli hatte als Verwaltungsratspräsident der Bank die Entlassung eines Direktors als Auszeit bezeichnet und wurde danach als Lügner abgestempelt. Er selbst räumte Fehler bei der Information ein.

Pelli betonte, dass die FDP im Tessin mit einer schwierigen Situation konfrontiert sei. Als Beispiele nannte er das Thema Grenzgänger und die heikle Beziehung zu Italien. Drei Sitze im Tessin bedeuteten aber immer noch über 27 Prozent.

Klares Profil wichtiger als neue Sitze
Zum Verlust der Partei auf nationaler Ebene von voraussichtlich vier bis fünf Sitzen oder 2,4 Prozent stellte Pelli fest, dass alle grossen Parteien verloren hätten. Dies hänge auch mit der grossen Verunsicherung der Schweizer Bevölkerung zusammen, die zurzeit keine klare Zukunft mehr sehe. Der Verzicht auf Listenverbindungen habe die FDP dagegen wohl kaum Stimmen gekostet.  Die FDP habe in einigen Kantonen verloren, in anderen aber gewonnen.

Wichtiger als Sitze sei es aber gewesen, das Profil der FDP klar zu machen, was langsam gelungen sei. «Wenn wir so weitermachen, sind wir bei den nächsten Wahlen sicher wieder eine klar profilierte Partei und werden wieder das Vertrauen der Bevölkerung bekommen», zeigte sich Pelli überzeugt.

Pelli: Solide Position für Bundesratswahlen
Was den allfälligen Rückzug eines Bundesrats aufgrund der gesunkenen Wähleranteile betrifft, gibt sich Pelli kämpferisch: «Unsere Position war immer klar, wenn wir die drittstärkste Partei sind, erheben wir den Anspruch auf zwei Sitze und werden für unsere beiden Bundesräte kämpfen.» Die anderen Grossparteien müssten dies auch tun und die Formel anerkennen, welche die Schweiz positiv regierbar mache.

Das System benötige die Zusammenarbeit der Grossen, um der Politik Sicherheit und Stabilität zu geben, betonte Pelli. Die anderen Parteien nach der CVP seien sehr klein, fünf, sechs oder sieben Prozent seien zu wenig, um wirklich mitregieren zu können. Eine Abwahl eines FDP-Bundesrats sei immer möglich, allerdings sei dies eine komplizierte Operation für die Gegner. «Ich glaube, wir haben mit der Wahl trotz eigener Verluste und dank der Verluste der anderen eine gleich solide Position wie beim Ersatz der zwei letzten Bundesratssitze», stelle Pelli fest. (bru/graa/arnk)

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