Schreibwarenladen, Ostberlin.
Stichwort DDR - Buchtipps
Wer auf unterhaltsame und informative Weise erfahren möchte, wie es in der DDR damals zu und her ging und wie es im gewendeten und wiederaufgebauten Land heute zu und her geht, dem ist das neue Buch der jungen Ostdeutschen Claudia Rusch (Verfasserin des Bestsellers «Meine freie deutsche Jugend») sehr zu empfehlen.
In «Aufbau Ost – Unterwegs zwischen Zinnowitz und Zwickau» reist Rusch durch die fünfzehn ehemaligen DDR-Bezirke und erzählt Geschichten und Geschichte mit einem Blick, der weder sentimental noch hämisch, weder nostalgisch noch verbittert ist.
Claudia Rusch: Aufbau Ost – unterwegs zwischen Zinnowitz und Zwickau. S. Fischer, 2009.
«Die Verschwiegene Bibliothek»
Eine wahre Schatzkammer ist die eben abgeschlossene Edition «Die Verschwiegene Bibliothek» in der Büchergilde Gutenberg. Es handelt sich um zehn Veröffentlichungen aus dem von Ines Geipel und Joachim Walther zusammengetragenen «Archiv unterdrückter Literatur in der DDR».
Die Texte von Edeltraud Eckert, Radjo Monk, Gabriele Stötzer, Heidemarie Härtl, Rolf-Günter Krolkiewicz, Thomas Körner, Henryk Bereska, Günter Ullmann Sylvia Kabus und Salli Sallmann stammen aus unterschiedlichen Zeiten der DDR, sind ästhetisch und inhaltlich sehr verschieden und allesamt höchst lesenswert.
Ines Geipel, Joachim Walther (Hg.): Die Verschwiegene Bibliothek. Band 1 bis 10. Edition Büchergilde.
Mehr Informationen zu den Herausgebern, Büchern und Autoren finden Sie in der Pressemappe des Verlags.
«Tupolew 134»
«Tupolew 134» ist die subtile Annäherung an eine aktenkundige Republikflucht im Jahr 1978 bzw. die Entführung einer Tupolew auf dem Flug von Danzig nach Berlin und die erzwungene Ladung auf dem damals noch unter amerikanischer Hoheit stehenden Flughafen Tempelhof.
Wie Claudia Rusch ist Antje Rávic Strubel eine unbedingt empfehlenswerte Stimme unter den jungen Autor/innen aus dem ehemaligen Osten.
Antje Rávic Strubel: Tupolew 134. dtv, 2006.
Ines Geipel, Leistungssportlerin und Schriftstellerin
Rückblicke und Ausblicke bieten auch zwei Bücher von Ines Geipel: Einerseits ihre Biografie von Inge Müller, einer Starautorin in der jungen DDR, andererseits ihre Recherche über die Hintergründe des Amoklaufs eines Schüler in Erfurt im April 2002, dem siebzehn Menschen zum Opfer fielen.
Ines Geipel: Dann fiel auf einmal der Himmel um: Inge Müller, die Biografie. Henschel, 2002.
Ines Geipel: Für heute reicht's. Amok in Erfurt. Rowohlt, 2004.
Die Buchtipps wurden von Hörspiel-Redaktorin Franziska Hirsbrunner zusammengestellt.
