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Letztes Update: Freitag, 30.7.2010

Politischer Rebell und musikalischer Tüftler

Der Grieche Mikis Theodorakis ist Komponist und Politiker - und beides mit grossem Eifer. Er entwickelte die metasymphonische Musik und schuf einen Liederkorpus, der heute zum griechischen Volksgut gehört.

Konzentriert und kämpferisch: Mikis Theodorakis in einer Aufnahme von 1990. (Keystone)

«Ich hatte drei Leben» - Mikis Theodorakis

Das 1969 entstandene Lied «Ich hatte drei Leben» ist das Credo des grossen griechischen Komponisten Mikis Theodorakis. Sein Leben ist geprägt von der unruhigen Geschichte seines Landes.   Mehr

Hören

Bereits als Kind ist Mikis Theodorakis (geb. 1925) von der Musik fasziniert. Er bringt sich selbst bei, erste Lieder zu schreiben - ohne dafür ein Musikinstrument zur Verfügung zu haben.

Zu seiner Leidenschaft für Musik kommt bald ein politisches Interesse dazu. Noch keine 20, schliesst sich der junge Theodorakis während der Besatzung Griechenlands dem Widerstand an.

Dem Tode nahe

Zu diesem Zeitpunkt kommt er auch in Kontakt mit dem Marxismus. Dieser prägt sein Weltbild entscheidend und ist der Beginn seiner lebenslangen politischen Aktivität. Theodorakis schliesst sich den Linken an und kämpft nach dem 2. Weltkrieg gegen die Neubesetzung Griechenlands durch die Engländer.

Mit fatalen Folgen: Theodorakis wird verhaftet, gefoltert und ist mehrmals dem Tode nahe. Als er mit 24 Jahr aus der Haft entlassen wird, ist er physisch am Ende. Nach seiner Genesung nimmt er seine musikalische Karriere in Angriff. Mit grossem Erfolg studiert er am Athener Konservatorium und später in Paris.

Eigenes Konzept der Volksmusik

Seine musikalischen Erfolge beginnen schon früher. Sein «Lied vom Kapitän Zacharias», das er mit gerade mal 14 Jahren komponierte, wird während des Krieges zum offiziellen Widerstandslied der Marine. 1950 wird sein erstes symphonisches Werk «Das Fest von Assi-Gonia» in Athen aufgeführt. Bis Anfang der 1960er-Jahre wird er mit seiner Kammer-, Ballett- und Filmmusik einem internationalen Publikum bekannt.

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs in Paris kehrt Theodorakis Anfang der 1960er-Jahre nach Athen zurück. Hier widmet er sich den Wurzeln der griechischen Musik und entwickelt im Laufe der Jahre sein eigenes Konzept der Volksmusik: die metasymphonischen Musik. Dabei verbindet er das westliche Symphonieorchester mit griechischen Volksinstrumenten.

Griechisches Volksgut

Auch politisch bleibt der Komponist nicht untätig: Theodorakis engagiert und exponiert sich in den letzten vier Jahrzehnten immer wieder. Heute hat er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen - zurück bleiben seine Kompositionen und über 1000 Lieder, die zum Volksgut Griechenlands geworden sind.

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Weiterführende Links zum Beitrag:

  • Ausführliche Biografie, Interviews und Werkeverzeichnis
  • «Phänomen Theodorakis», ein Essay
  • Deutsche Übersetzungen von Theodorakis' Liedern
  • Theodorakis zur Finanzkrise

Mehr zum Stichwort:

  • Mikis Theodorakis

Schnellsuche:
Sechs Gesichter aus der Welt der Musik

Vom Mann, der die Taube unsterblich machte, bis zum Mann, der das Trautonium erfand -  von der Sängerin, die von der Leinwand kam, und der Musikerin, die hinter schwedischen Gardinen lehrt: «Passage 2» porträtiert vom 23. Juli bis 27. August sechs Musiker und Musikerinnen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten.

Mikis Theodorakis - Musiker mit Engagement

Die Musik zum Film «Zorba the Greek» ging 1964 um die Welt. «Zorbas Dance», die heimliche Nationalhymne Griechenlands, wurde von Mikis Theodorakis geschrieben. Der griechische Komponist, Schriftsteller und Politiker feiert am 29. Juli 2010 seinen 85. Geburtstag.   Mehr

Beitrag aus DRS2aktuell vom Donnerstag, 29.7.2010, 12.03 Uhr

Rendez-vous mit Mikis Theodorakis 1972

Beim Putsch der faschistischen Obristen in Griechenland 1967, verschwand Komponist und Sänger Mikis Theodorakis im Untergrund und rief zum Widerstand auf. Daraufhin wurde seine Musik in Griechenland verboten, ein paar Monate später wurde Theodorakis verhaftet.  Mehr

Sinerzyt vom Mittwoch, 24.2.2010, 09.45 Uhr, DRS Musikwelle

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