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Die Grundlage: Hypertext

Vom «memory expander» zum «World Wide Web»

Die Grundlage für das World Wide Web ist das Konzept des «Hypertexts». Hypertexte lassen im Gegensatz zu linearen Texten, wie wir sie etwa aus Büchern kennen, Querverbindungen zwischen ihren Elementen zu. So folgt in einem Hypertext nach Seite 1 nicht zwingend Seite 2, sondern vielleicht Seite 72. Dieses nicht-lineare Hin- und Herspringen wird mit Hilfe von Verweisen («links») erreicht, welche zusammenhängende Inhalte miteinander verknüpfen. Diese Struktur ist heute jedem User des Web wohl vertraut, und das World Wide Web ist im Grunde genommen nichts anderes, als ein enormer Hypertext, dessen Einzelseiten auf der ganzen Welt verstreut und über das Internet miteinander verbunden sind. Die Idee des Hypertexts entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Bereits 1945 schuf Vannevar Bush mit seiner Idee des «memory expander» die Grundlage für das Hypertext-Konzept. In dem Artikel «As we may think» beschrieb er eine Zukunftsmaschine, die Briefe, Texte und Bücher speichern kann und zusammen hängende Inhalte miteinander verknüpft. Die Idee war ihrer Zeit weit voraus und konnte damals noch nicht umgesetzt werden. 1962 entwickelte Doug Engelbart, von Bush inspiriert, das «oN-Line System», das es den Benutzern erlaubte, alle Arbeitspapiere und Berichte digital zu speichern und Querverweise zu anderen Arbeiten zu machen.

Hypertext als Begriff wird erst 1965 von Ted Nelson erwähnt. Er benutzte den Begriff in dem Konzept für sein System «Xanadu», welches die gesamte existierende Literatur in ein einziges Hypertext-System integrieren sollte. Auch diese Vision wurde nie umgesetzt. Der eigentliche Durchbruch kam schliesslich 1987 mit Apples Veröffentlichung der Software «HyperCard», einer Art Karteikartensystem, mit dem digitale Karteikarten angelegt und untereinander verknüpft werden konnten.

Thomas Hägler 

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