Facebook ist bald 100 Milliarden Dollar wert
Facebook-Gründer und -CEO Zuckerberg. (Keystone)
Facebook hofft bei dem im kommenden Jahr geplanten Börsengang einem Zeitungsbericht zufolge auf eine Firmenbewertung von mindestens 100 Milliarden Dollar. Der weltgrösste Online-Treffpunkt erwäge derzeit, bei dem seit langem mit Spannung erwarteten Verkauf eines kleinen Firmenanteils 10 Milliarden Dollar einzunehmen, schreibt das «Wall Street Journal».
Wie eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, bereitet sich der Internet-Konzern derzeit auf den Börsengang vor. Demnach wird dieser in der Zeit zwischen April und Juni 2012 erwartet.
Zuckerberg entscheidet autonom
Der Finanzchef von Facebook, David Ebersman, habe die Pläne bereits mit Bankern besprochen, hiess es in dem Zeitungsbericht weiter. Firmengründer Mark Zuckerberg habe sich jedoch noch nicht für Details entschieden und könne seine Pläne auch noch ändern.
Facebook habe firmenintern bereits einen IPO-Prospekt zusammengestellt und könne den Börsengang theoretisch jederzeit anschieben, hiess es weiter. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab.
Rasant steigender Wert
Von privaten Investoren wurde Facebook zuletzt mit rund 80 Milliarden Dollar bewertet. Noch im Januar 2011 bezifferte Goldman Sachs den Firmenwert auf 50 Milliarden, im Juni 2010 wurde das Internet-Phänomen noch auf 23 Milliarden Dollar geschätzt.
Mit inzwischen rund 800 Millionen Nutzern ist Facebook die unangefochtene Nummer eins unter den Online-Netzwerken. Trotz Kritik von Datenschützern und Politikern am Umgang mit Nutzerinformationen wuchs das Netzwerk immer schneller. Der Umsatz dürfte zum Börsengang die Marke von vier Milliarden Dollar im Jahr erreichen, so das «Wall Street Journal».
Zeitpunkt eher ungünstig für Börsengang
Ein Börsengang von Facebook wäre allein wegen des Volumens der Höhepunkt der jüngsten Serie von Internet-Börsengängen. Die Bilanz dieser IPOs fällt bislang jedoch ernüchternd aus: Die mit viel Tamtam an der Börse gestarteten Aktien des Schnäppchenportals Groupon kosten mittlerweile deutlich weniger als bei der Ausgabe. Auch bei dem Netzwerk Linkedin und dem Musikdienst Pandora kosten die Aktien deutlich weniger als zu Beginn des Börsenhandels.
Hinzu kommt, dass sich das Klima für Börsengänge im Moment angesichts der schwachen US-Konjunktur und den Finanz-Turbulenzen in Europa nicht besonders gut präsentiert. (pet, dpa/reuters)
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