SendetermineThema der Woche vom Montag, 15.12.2008, 10.03 Uhr
Montag, 15.12.2008, 10.03-10.30 Uhr, DRS 2
Briefwechsel - Briefgeschichten
Goethe nannte Briefe die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann. Wer Briefe liest, erfährt nicht nur viel über die Schreibenden; Briefe dokumentieren immer auch ein Stück Zeitgeschichte.
Im «Thema der Woche» denkt Literaturprofessor Rüdiger Görner laut übers Briefeschreiben nach, entsteht noch einmal die innige Freundschaft zwischen dem Komponisten Hans Werner Henze und der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, schreibt die Frau, welche die erste Weltreise unternommen hat, Ida Pfeiffer, aus den entlegensten Winkeln der Erde und entwirft die Dichterin Else Lasker-Schüler phantastische Welten während ihrer Zürcher Jahre.
Warum schreibt der Mensch Briefe?
Wenn wir einen Brief schreiben, so ist meistens etwas vorangegangen, über das wir berichten wollen. Von dem wir wollen, dass ein anderer davon weiss. Dafür hat der französische Philosoph Denis Diderot ein Bild gefunden: «Die Kunst des Briefeschreibens ist nichts anderes als die Kunst, die Arme zu verlängern.» Einer der sich intensiv mit Briefen und Briefeschreiben auseinandergesetzt hat, ist der Literaturprofessor Rüdiger Görner. Er hat deutschsprachige Briefe aus vier Jahrhunderten zusammengetragen und Sie im «Buch der Briefe» veröffentlicht. Ein Gespräch über unseren Antrieb, Briefe zu schreiben. Mehr
Die Typologie der Briefe
Brief ist nicht gleich Brief. Das klingt banal, doch dahinter steckt mehr. Wir alle freuen uns über einen Liebesbrief - aber unangenehme Geständnisse, Anfeindungen oder problembeladenene Briefe findet niemand gern in seinem Briefkasten. Welche Arten von Briefen es gibt, hat Rüdiger Görner, Professor für deutsche Literatur am Queen Mary College der Universität London, untersucht. Mit ihm schauen wir die verschiedenen Kategorien an. Mehr
Brieffreunde: Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze
Hinter einem Briefwechsel steckt immer eine persönliche Geschichte. Besonders gut dokumentiert ist die intensive Freundschaft zwischen der Dichterin Ingeborg Bachmann und dem Komponisten Hans Werner Henze. Sie haben sich hunderte von Briefen geschrieben. Mehr
Else Lasker Schüler im Schweizer Exil
Eine grosse Verfasserin gefühlvoller Briefe, die gleichzeitig Kunst- und ein Geschichtsdokumente sind, das war Else Lasker Schüler. Karl Kraus nannte sie einmal «die stärkste und unwegsamste lyrische Erscheinung des modernen Deutschland». Weitgehend unbekannt ist ihre sehr enge Freundschaft mit einem Fürsprech, einem Anwalt in Bern. Wunderbare Briefe hat sie ihm geschrieben, 200 an der Zahl. Sie sind heut unser Thema. Mehr
Briefe aus der Ferne
Briefe waren - und sind es noch - vor allem auch eine wunderbare Möglichkeit, von Reisen zu berichten. Reisebriefe erzählen von entlegenen Weltregionen und fremden Kulturen. Doch nicht nur: Sie dokumentieren die Lebensumstände damaliger Zeit. Interessantes Beispiel hierfür sind die Reisebriefe der Wienerin Ida Pfeiffer, welche soeben in einem Buch mit dem Titel «Wir leben nach Matrosenweise» zu ihrem 150. Todestag erschienen sind. Mehr
