Schweizer Buchpreis an Ilma Rakusa
Erhält den Schweizer Literaturpreis 2009: Ilma Rakusa. (Keystone)
Schweizer Buchpreis für Ilma Rakusa
Der Schweizer Buchpreis 2009 geht an …
An der Buch09 in Basel wurde zum zweiten Mal der Schweizer Buchpreis verliehen. Die Jury verlieh den Preis überraschend an die wenig bekannte Schriftstellerin Ilma Rakusa. Mehr
Ilma Rakusa wurde 1946 in der Slowakei geboren. Volkschule und Gymnasium besuchte sie in Zürich, danach absolvierte sie ein Studium der Slavistik und der Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Seit 1977 hat die Autorin einen Lehrauftrag an der Universität Zürich. Daneben ist sie freiberuflich als Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin tätig.
Unbekannte Rakusa statt Favorit Widmer
Dass Ilma Rakusa, deren Werke bisher über die Fachwelt hinaus nur wenig bekannt war, mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, kommt überraschend. Als Favorit hatte Urs Widmers Roman «Herr Adamson» gegolten.
Widmer und die anderen drei Nominierten erhalten je 2500 Franken. Es sind dies Eleonore Frey für «Muster aus Hans», Jürg Laederach für «Depeschen nach Mailland» und Angelika Overath für «Flughafenfische».
Insgesamt waren 61 Titel zur Jurierung für den Schweizer Buchpreis eingereicht worden, letztes Jahr waren es 71 gewesen.
Lyrische Qualität
«Erinnerungspassagen» lautet der Untertitel von «Mehr Meer». In kurzen Kapiteln wird darin vom Werdegang des kleinen, auf die Welt neugierigen Mädchens zur europäischen Intellektuellen erzählt.
Die Jury lobte Rakusas «Schönheitsempfindlichkeit» und die «Erfüllung der Welt mit Poesie». «Geschult im Umgang mit den grossen Lyrikern, die sie übersetzt, interpretiert und vermittelt, geschult auch durch die eigene lyrische Arbeit», habe Ilma Rakusa «ein episches Werk geschaffen, das lyrische Ansprüche erfüllt» heisst es in der Laudatio von Martin Ebel.
Hoffen auf Bestsellerliste
Rakusas Buch hat es bisher nicht in die Bestsellerlisten geschafft. Das dürfte sich aber nun ändern: Der letztjährige Sieger, Rolf Lapperts Roman «Nach Hause schwimmen», erlebte nach seiner Auszeichnung eine gewaltige zweite Rezeptionswelle.
(sda/bürg)
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