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Sonntag, 30.10.2011

Aufatmen in Bangkok

Bangkoks Innenstadt ist an der befürchteten Katastrophe vorbeigeschrammt. Der Fluss Chao Phraya trat zwar über die Ufer, aber das Geschäfts- und Einkaufszentrum blieb trocken. Der vom Hochwasser verursachte Schaden ist jedoch immens.

Am Ufer des Chao Phraya sind viele Gebiete überschwemmt. (Reuters)

Das Hochwasser hat den Grossteil der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschont. Die Flutdämme im Norden der Stadt hielten, das Flutwasser aus den Überschwemmungsgebieten blieb weitgehend in den Kanälen und der Fluss Chao Phraya trat in weniger Bezirken über die Ufer als befürchtet.

Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hatte am Samstagabend an die Bevölkerung appelliert, Geduld zu zeigen. «Die Situation sollte sich bis Montag verbessern», sagte sie vor der Presse. «Die Normalität sollte bald zurückkehren.»

Weniger Wasser
Die Entwarnung war wenige Stunden vor dem Scheitelpunkt der Flut gekommen: Die Regierungschefin sagte am Samstagmorgen, die Situation im Norden des Landes habe sich entspannt. Damit verringerte sich der Druck auf die Flutbarrieren im Norden der Stadt, in die Kanäle drang weniger Wasser als zunächst gedacht.

Am Ufer des Chao Phraya wurden allerdings Strassen in der Nähe des alten Königspalastes und in Chinatown überflutet, ebenso Bezirke in Thon Buri auf der anderen Seite des Flusses. Auch in den nördlichen Aussenbezirken standen zahlreiche Gebiete teils einen Meter unter Wasser.

Betroffen war auch der Inlandsflughafen Don Muang, wo das Krisenzentrum der Regierung untergebracht war. Es wurde am Samstag verlegt, weil die Mitarbeiter kaum noch durch das tiefe Wasser zur Arbeit waten konnten. Der Flughafen blieb geschlossen. Der Flugbetrieb am internationalen Suvarnabhumi-Flughafen war nicht beeinträchtigt.

Grosse Schäden
Seit Ende Juli kamen bei den Überschwemmungen in Thailand nach neuesten Angaben 381 Menschen ums Leben. Weite Teile des Landes und sieben Industrieparks mit hunderten Fabriken waren überschwemmt. Der wirtschaftliche Schaden wird auf bis zu 500 Milliarden Baht (14 Milliarden Franken) geschätzt. (luek, dpa)

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