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1931 - 1939: Nationale Rundspruchgesellschaft

Der Landessender Beromünster.

Die Schweizerische Rundspruchgesellschaft SRG entsteht 1931. Sie schafft ein Einheitsprogramm für die deutsche Schweiz. In den drei Sprachregionen werden die Landessender Beromünster, Sottens und Monte Ceneri gebaut. Die Hörgewohnheiten ändern sich, da in den 30er-Jahren Lautsprecher aufkommen. Sie bilden die technische Voraussetzung, dass das Radio zum Massenmedium wird. Dank Tonaufzeichnungsgeräten können ab 1937 Beiträge vorproduziert und zeitlich frei gesendet werden.

SRG 1931
Die lokalen Sender und ihre regionalen Trägerschaften schliessen sich 1931 zur Schweizerischen Rundspruchgesellschaft SRG zusammen. Für die Deutschschweiz produzieren die Studios Basel, Bern und Zürich nun ein Programm. 1935, am 1. August, senden die drei Landessender Beromünster, Sottens und Monte Ceneri erstmals eine Gemeinschaftssendung. Die SRG sendet zweimal täglich Nachrichten, die von der SDA zusammengestellt und produziert werden.

Die Signete der drei Sender
Rückblick auf Beromünster (zum 30 Jahr-Jubiläum)


Mehr «swissness»

Ab 1933 soll die SRG «mehr Schweiz» vertreten. Vor allem mit der Konzession von 1937 baut der Bundesrat die föderalistische Autonomie bei der SRG ab und forciert mit der Geistigen Landesverteidigung Schweizerisches Schaffen. Autorinnen und Autoren aus der Schweiz sollen berücksichtigt werden. Ab 1938 sendet Studio Zürich auch rätoromanische Beiträge.

Bilden und Unterhalten
Radio sollte in den Dreissigerjahren vor allem bilden und unterhalten. Reportagen werden aufwändiger und die Radioreporter avancieren zu Stars. Zwei Drittel des Programms ist Musik. Zu einem Fünftel stammen die Titel ab Schallplatte, den grössten Teil der Stücke spielen die Radioorchester in den Studios live. 1933 kommt es zum „Schallplattenkrieg" wegen der Abgeltung der Rechte an die Plattenindustrie. 1936 verpflichtet das Bundesgericht die SRG zur Zahlung.

«Der Schulfunk soll die Lehrer
nicht konkurrenzieren.»
Arthur Welti reportiert.

Schulfunk
Ab 1932 bricht ein wahres Schulfunkfieber aus: Radio solle Wissen in die Schulstuben bringen und den Unterricht ergänzen. Zusammen mit den Lehrkräften entstehen pro Jahr etwa zwanzig Sendungen. Allerdings hat sich der Schulfunk gegen skeptische Lehrer durchzusetzen, die befürchten, dass sie abgeschafft werden können. Auch einzelne Kantone wehrten sich gegen diese «Einmischung».

Über den Schulfunk, Josef Reinhard


Reportagen

«Von draussen in die gute Stube»: Dank Reportagewagen und Tonbandaufzeichnung fangen Radioreporter in den Dreissigerjahren Atmosphäre ein. Sie melden sich vom Jungfraujoch oder aus der Gondel der Säntis-Schwebebahn. Besonders beliebt sind die Sportreportagen. Reporter sind die Stars der Dreissiger.

Werner Düby vom Jungfraujoch, 1932
Arthur Welti vom Säntis, 1935


Lautsprecher

Die Kopfhörer können beiseite gelegt werden: Dank Lautsprechern können mehr Leute Radio hören. Allerdings sind Empfangsgeräte noch selten. Man findet sie in Restaurants und beim Coiffeur. Ab 1933 meldet sich das Publikum in «Hörerbriefen». Sie kritisieren vor allem die Nachrichten als unzureichend. Auch im Parlament erheben sich unzufriedene Stimmen, die politische Diskussionen am Radio wünschen. Doch der Bundesrat ist strikte dagegen. Von 1934 an werden auch Sendungen über Kurzwelle ausgestrahlt. Sie können auch im Ausland gehört werden.

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