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  • Die Radiogeschichte in sechs Epochen:
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1911-1931: Die Pionierphase

Der Flugplatzsender Basel.

In den Anfängen des Radios erproben Einzelpersonen und Universitätsdozenten die «drahtlose Telephonie» ohne kommerzielle Überlegungen. Diese Radioamateure organisieren sich in Radioclubs. Ab 1922 senden die ersten lokalen Sender in der deutschen Schweiz (Zürich, Bern und Basel) stundenweise und unkoordiniert. Feste Sendefrequenzen sind nicht bekannt. Zum ersten Mal werden Sendeformen ausprobiert. Alle Sendungen sind grundsätzlich live, da Tonaufzeichnungsgeräte noch nicht bekannt sind.

Anfänge des Radios
Ab 1910 sendet Paris ein Zeitzeichen via Radio, was die Schweizer Uhrenindustrie interessiert. Sie erhält auch die erste Empfangserlaubnis für Radio. Daneben dominieren aber militärische Interessen am Radio und die Forschung beginnt sich mit der Technologie auseinander zu setzen. Erst 1919 nach dem  1. Weltkrieg wird Radiokommunikation erlaubt, die kommerzielle Nutzung ab den Zwanzigerjahren.

So klingts zu Beginn: «Nur die glücklichsten Deutschschweizer waren in der Lage alle drei regionalen Sender zu hören»
Zeitzeichen: «14 Uhr, 27 Minuten, 30 Sekunden»
Pausenzeichen von Radio Basel (1926 - 1931: Wecker; ab 1936: Z'Basel an mym Rhy)

 

Flugplatzsender in Lausanne.
Radiopionier Roland Pièce.

Radiofieber
Der Völkerbund in Genf fordert anfangs 20er-Jahre moderne Kommunikationsmittel in der Schweiz und somit einen Radiosender. 1922 sendet der erste öffentliche Sender auf dem Lausanner Flugplatz Nachrichten und Wettermeldungen. Unter dem Sendemonopol der PTT erhalten auch die Flugplätze Genf und Dübendorf die Erlaubnis, Radioversuche durchzuführen.

Regionale Gesellschaften
In den Zwanzigerjahren entstehen erste regionale Radiogesellschaften. 1924 sendet die Zürcher Radiogenossenschaft Wetterberichte und erste aktuelle Sportresultate. Ein Jahr später entsteht der zweite Sender in Bern, 1926 jener in Basel. Sie schliessen sich mit den französischsprachigen Sendern in Lausanne und Genf zur «Union Radiophonique Suisse» zusammen und produzieren Gemeinschaftssendungen. 1927 sehen sich die Sender aber mit der Frage ihrer Finanzierbarkeit konfrontiert. Trotzdem entstehen 1930 in Lugano und in St. Gallen weitere Radiogenossenschaften. 1930 entscheidet die nationale Radiokommission, dass das Radio nicht den Marktkräften überlassen werden, sondern über Gebühren finanziert werden soll. Auch im Tessin und in der Welschen Schweiz sollen professionelle Sender aufgebaut und mit Deutschschweizer Gebührengeldern subventioniert werden.

Flugplatzsender Basel: «Erst wenn das letzte Flugzeug gelandet ist, konnte man mit dem Senden beginnen»
Studio Bern: Miriam Gianini über ihre Arbeit als Sprecherin und im Büro

 

Otto Steiger kam 1936 als
Nachrichtensprecher zur
Radiogenossenschaft Zürich.

Konkurrenz zur Zeitung
Die Zeitungen sehen sich durch das Radio im Bereich der Aktualität konkurrenziert. Deshalb schliessen der «Zeitungsverlegerverband» und der «Verein der Schweizer Presse» 1931 ein Abkommen mit der PTT. Das bestimmt die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) als alleinige Informantin der Sender, welche die Nachrichten auswählt. Täglich dürfen nur zwei Nachrichtenbulletins ausgestrahlt werden. Sie müssen von der SDA bezogen werden.

Sender
Mit dem ersten öffentlichen Sender bricht 1922 das Radiofieber aus: Radioamateure schliessen sich in Clubs zusammen, um Radio zu machen. Die regionalen Sender in Bern, Zürich und Basel strahlen Livesendungen aus: Wetterberichte, Nachrichten, Reportagen, Hörspiele oder Vorträge. Ab 1927 berichtet Studio Bern erstmals aus dem Bundeshaus.

«Ich habe extra ein Heft mit einem Wachstuchdeckel gekauft.» Fussball-Reportage von Hans Sutter, 1927
«Das war eine fürchterliche Niete: Der Zeppelin kam und kam nicht.» Zeppelin-Reportage von Bert Herzog, 1928
«Der Lift im Studio machte grossen Krach, deshalb musste man die Sendung oft unterbrechen.» Technik-Panne, Albert Müller, Techniker

 

Radiohören war zu den
Anfangszeiten nur mit
Kopfhörern möglich.

Empfänger
Mit dem Radiofieber 1922 wird das Radiogerät zum Massenprodukt und findet Eingang in die Haushalte. Feste Sendefrequenzen sind nicht bekannt, deshalb müssen Hörerinnen und Hörer ihren Sender jeweils im gesamten Wellenbereich suchen. In der Anfangsphase ist Radiohören nur über Kopfhörer möglich.

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