Dienstag, 24.11.2009, 10.05-10.10 Uhr, DRS 2
Die Suche nach dem nächsten grossen Ding
Peter A. Gloor.
Die härteste Währung ist nicht Geld, sondern das Vorhersagen der Zukunft. Treffsichere Trendforscher sind sehr gefragt. Einer von ihnen ist Peter A. Gloor. Er erforscht die so genannte «Schwarmkreativität»; mit wissenschaftlichen Mitteln macht er sich auf die Suche nach «the next big thing».
Gloor ist Forscher und Dozent an der Sloan School of Management am MIT in Boston, und dazu gleich noch an den Universitäten von Köln und Helsinki. Sein Gebiet ist die Schwarmkreativität: Gleichgesinnte potentielle Kunden eines Unternehmens, oder auch Hobbyprogrammierer im Internet lassen sich mit Schwärmen in der Tierwelt vergleichen. Sie organisieren sich selbst, vernetzen sich und können so Wissen und kreative Ideen blitzschnell weiter verbreiten.
Solche Netzwerke nennt Gloor «kollaborative Innovationsnetzwerke», so genannte «Coins». Sie zeichnen sich durch eine besondere Art des Kommunizierens aus. Mithilfe einer am MIT entwickelten Software namens „Condor lässt sich diese besonders erfolgversprechende Kommunikation visualisieren, zum Beispiel durch eine Analyse des E-Mail-Verkehrs eines Unternehmens, oder der Postings in einem Fachblog von Programmierern. Und da zeigt sich: Wenn ein Chef, ein Alphatier, ein Star, mit seinen Untergebenen kommuniziert, dann verlaufen die Wege sternförmig, immer von Chef zum Angestellten und wieder zurück. In einem kollaborativen Innovationsnetzwerk dagegen zählt Hierarchie wenig hier zählt nur das Netz, und das Kommunikationsbild zeigt ein eigentliches Gewebe zwischen Gleichgesinnten.
Diese Art des Kommunizierens, so hat Gloor herausgefunden, zeichnet die wirklich Erfolgreichen aus Paradebeispiele sind etwa Tim Berners Lee, der Erfinder des Web, oder Linus Torvalds, der Programmierer von Linux.
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