Naëmi (22): «Pro Monat bekomme ich 25 Absagen»
Naëmi erzählt live im DRS 3-Studio: «Die Situation reisst an meinen Nerven»
Die Lehre hat Naëmi als Malerin abgeschlossen. Doch seit Dezember ist die 22-Jährige aus dem thurgauischen Weinfelden arbeitslos. Rund 25 Bewerbungen verschickt sie jeden Monat. Als Antwort bekommt sie nichts als Absagen. «Schwierig, den Glauben nicht zu verlieren», sagt Naëmi.
Autofahren wäre wichtig
Oft erhält sie gar keine Antwort. Und wenn doch eine Reaktion kommt, dann ist sie ernüchternd. Naëmi erzählt: «Sie sagen, ich hätte zu wenig Erfahrung, ich sei zu jung». Erschwerend komme hinzu, dass sie nicht autofahren könne. Gerade für Jobs im Bausektor wäre das Bedingung.
Immerhin kann sie auf Unterstützung ihres Freundes und ihrer Familie zählen. Doch Unterstützung allein bringt noch keinen Job. «Ich bin auch bereit, weiter zu reisen für einen Job.» Naëmi zählt St.Gallen und Zürich als mögliche Arbeitsorte auf.
Keine falsche Scham
Ihre Freunde wüssten ob ihrer schwierigen Situation und würden ebenfalls nach offenen Stellen Ausschau halten. Aber: «Mit der Zeit kommt man sich halt doch wertlos vor».
Tipps bekommt sie einerseits von der regionalen Arbeitsvermittlung. Aber auch von Studiogast Tony Hürbin, der jugendliche Arbeitslose im Kanton Basel-Land bei ihrer Jobsuche unterstützt.
Hartnäckigkeit ist gefragt
Er empfiehlt Naëmi hartnäckig an den Arbeitgebern dranzubleiben, für die sie am liebsten arbeiten würde. Dort müsse sie mit Nachdruck versuchen, ins Gespräch mit dem Arbeitgeber zu kommen. Auch ein gutes Bewerbungsdossier sei wichtig.
Schliesslich bleibe man aber angewiesen auf die Chance für ein persönliches Gespräch. Tony Hürbin rät weiter zu Flexibilität, auch bei der Auswahl von Stellenangeboten. «Man kann auch aus wenig vertrauten Branchen viel Positives mitnehmen.»
Bloss nicht aufgeben
Der Koordinator für Jugendarbeitslosigkeit bricht eine Lanze für die heutigen Jugendlichen: «Ich lerne sehr viele aufgestellte, wissensbegierige und lernfähige Junge kennen».
Und er macht der 22-jährigen Naëmi Mut. Für sie als Malerin würden die Chancen jetzt im Frühling steigen. Naemi nickt und verspricht, nicht aufzugeben: «Ich mache weiter».
(mos)
