Freitag, 1.1.2010, 20.05-21.15 Uhr, DRS 1
«Die Nase» nach Nikolai Gogol
Nikolai Wassiljewitsch Gogol (Wikimedia)
Mit dieser grotesken Geschichte von einer Nase, die - zu hoch getragen - sich selbständig macht und im Rock eines Staatsrats durch die Strassen von Petersburg stolziert, gibt Nikolai Gogol eine Satire zum besten, die unseren Ehrgeiz, unsere Ängste und Eitelkeiten auf hintergründige Art mitleidig und boshaft zugleich betrachtet. Ein Hörspiel von Klaus Colberg.
Die Erzählung vermischt reale Alltäglichkeiten mit Absurdem: Der Barbier Iwan Jakowlewitsch findet beim Frühstück in seinem Brot eine Nase, die dem Kollegienassessor Kowalew gehört, den er immer mittwochs und sonntags rasiert.
Voller Angst verpackt er die Nase und wirft sie von einer Brücke in den Fluss. Kowalew seinerseits stellt beim Erwachen entsetzt fest, dass ihm seine Nase fehlt. Er macht sich auf die Suche, erstattet Anzeige wegen Diebstahls und verkriecht sich zuletzt zuhause, ein zutiefst verunsicherter, nasenloser Mensch.
Die Nase wird gefunden, sie wird verhaftet, weil sie mit falschen Ausweispapieren unterwegs war, sitzt endlich wieder in Kowalews Gesicht und der gebärdet sich so aufgeblasen wie eh und je.
Mit: Pelz von Felinau (Erzähler), Hanns Ernst Jäger (Kawaljow), Hans Mahnke (Stjepan), Max Walter Sieg (Iwan Jakowljewitsch); Käthe Lindenberg, (Praskowja, seine Frau), Gerd Tellkampf (Der Arzt), Joachim Tege (Ein Angestellter), sowie Karin Schlemmer, Harald Baender, Heinz Baumann, Hans Helmut Dickow, Dieter Eppler, Kurt Haars u.v.a.
Musik: Enno Dugend, Regie: Gerd Beermann, Produktion: SDR 1967, Dauer: 60'
Service:




