Politischer Rebell und musikalischer Tüftler
Konzentriert und kämpferisch: Mikis Theodorakis in einer Aufnahme von 1990. (Keystone)
«Ich hatte drei Leben» - Mikis Theodorakis
Bereits als Kind ist Mikis Theodorakis (geb. 1925) von der Musik fasziniert. Er bringt sich selbst bei, erste Lieder zu schreiben - ohne dafür ein Musikinstrument zur Verfügung zu haben.
Zu seiner Leidenschaft für Musik kommt bald ein politisches Interesse dazu. Noch keine 20, schliesst sich der junge Theodorakis während der Besatzung Griechenlands dem Widerstand an.
Dem Tode nahe
Zu diesem Zeitpunkt kommt er auch in Kontakt mit dem Marxismus. Dieser prägt sein Weltbild entscheidend und ist der Beginn seiner lebenslangen politischen Aktivität. Theodorakis schliesst sich den Linken an und kämpft nach dem 2. Weltkrieg gegen die Neubesetzung Griechenlands durch die Engländer.
Mit fatalen Folgen: Theodorakis wird verhaftet, gefoltert und ist mehrmals dem Tode nahe. Als er mit 24 Jahr aus der Haft entlassen wird, ist er physisch am Ende. Nach seiner Genesung nimmt er seine musikalische Karriere in Angriff. Mit grossem Erfolg studiert er am Athener Konservatorium und später in Paris.
Eigenes Konzept der Volksmusik
Seine musikalischen Erfolge beginnen schon früher. Sein «Lied vom Kapitän Zacharias», das er mit gerade mal 14 Jahren komponierte, wird während des Krieges zum offiziellen Widerstandslied der Marine. 1950 wird sein erstes symphonisches Werk «Das Fest von Assi-Gonia» in Athen aufgeführt. Bis Anfang der 1960er-Jahre wird er mit seiner Kammer-, Ballett- und Filmmusik einem internationalen Publikum bekannt.
Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs in Paris kehrt Theodorakis Anfang der 1960er-Jahre nach Athen zurück. Hier widmet er sich den Wurzeln der griechischen Musik und entwickelt im Laufe der Jahre sein eigenes Konzept der Volksmusik: die metasymphonischen Musik. Dabei verbindet er das westliche Symphonieorchester mit griechischen Volksinstrumenten.
Griechisches Volksgut
Auch politisch bleibt der Komponist nicht untätig: Theodorakis engagiert und exponiert sich in den letzten vier Jahrzehnten immer wieder. Heute hat er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen - zurück bleiben seine Kompositionen und über 1000 Lieder, die zum Volksgut Griechenlands geworden sind.
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