Urheber einer globalen Sehnsuchtsmelodie
Talentierter Komponist und Lebemann: Sebastián de Yradier.
«La Paloma» - ein Lied geht um die Welt
Ob Roy Black oder Elvis Presley, Carla Bley oder Connie Francis - sie und viele andere haben «La Paloma» interpretiert. Das Lied passt sich an an Genres, Zeiten und Stilrichtungen. So zahlreich die Interpreten, so viele Länder beanspruchen den Ursprung des Liedes für sich.
Die Ursprungsversion von «La Paloma» stammt jedoch von Sebastián de Yradier. 1809 wird er in Nordspanien geboren. Erste berufliche Schritte macht er als lokaler Kirchenmusiker, verlässt aber bald seine Heimat.
In Madrid lässt er sich weiterbilden und reist später nach Paris. Hier festigt Yradier seinen Ruf als talentierter Komponist und Lebemann.
Erst gefeiert, dann verarmt
Ausgedehnte Konzertreisen bringen Yradier in die Karibik. In Kuba beschäftigt er sich mit Kreol-Rhythmen und vor allem der Habanera, ein Tanz afrokubanischen Ursprungs. Damit legt er den Grundstein für seine berühmteste Komposition, für das Lied «La Paloma».
Zurück in Frankreich veröffentlicht er mehrere Kompositionssammlungen, die ihn in ganz Europa zu einem populären Komponisten machen. Doch bereits 1865 hat Yradiers Ruhm ein Ende. Relativ unbekannt und verarmt reist er zurück ins Baskenland, wo er noch im selben Jahr stirbt.
Weltrekord im Chorsingen
Heute ist Yradier in seinem Heimatort wenig bekannt. Gedenktafeln erinnern an sein Geburts- und sein Todeshaus, doch zu einem Aushängeschild ist er nicht geworden. Von seinen zahlreichen Kompositionen haben einzig «La Paloma» und «El arreglito» weltweite Bekanntheit erlangt.
Die Popularität von «La Paloma» hat dem Lied sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde eingebracht: 2004 haben Musiker im Hamburger Hafen zusammen mit rund 88 600 Besuchern den Weltrekord im Chorsingen aufgestellt.
