Film-Tipp: Bewegung, die bewegt
Wim Wenders' 3D-Doku «Pina» lässt die Kinoleinwand vergessen und versetzt das Publikum mitten ins Geschehen. (Filmcoopi)
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut;
3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Bär
Am 30. Juni 2009 passierte der Supergau eines Dokumentarfilmers: Pina Bausch, die Hauptfigur von Wim Wendersʼ neustem Film, starb völlig unerwartet. Sofort stoppte der deutsche Regisseur das Filmprojekt.
Später liess sich Wenders von den Tänzerinnen und Tänzern des Tanztheaters Wuppertal dennoch überzeugen, den Film jetzt erst recht zu machen. Für Pina Bausch, statt mit ihr. Das Resultat ist die wohl schönste «Trauerarbeit», die es je im Kino zu sehen gab.
Fast magisch
20 Jahre lang beteuerte Wim Wenders Pina Bausch gegenüber, er werde einen Film über ihre Erfindung des Tanztheaters machen, sobald er wisse, wie er ihrer Arbeit gerecht werden könne. Als er 2007 den Konzertfilm «U2 3D» sah, wusste er, was die Lösung war.
Die neue 3D-Technologie ermöglichte es Wim Wenders, die Räumlichkeit und Körperlichkeit von Pina Bauschs Tanzstücken kongenial einzufangen. Die Filmbilder wirken nun tatsächlich fast magisch und gehen unmittelbar unter die Haut.
Allein gelassen
Je länger der Film dauert, desto mehr bewegt er einen. Dabei wird fast nichts gesprochen. Tänzerinnen und Tänzer erzählen einige wenige Erinnerungen an ihre Choreographin Pina Bausch, alles andere wird ohne Worte gesagt. In Form des Tanzes.
«Pina» ist die Entdeckung dieses Kinofrühlings. Der Film lässt hoffen, dass 3D nun vermehrt auch im Arthouse und Dok-Bereich eingesetzt wird. Hoffentlich ebenso innovativ wie von Wim Wenders, dem Regisseur solcher Filme wie «Paris,Texas» oder «Buena Vista Social Club». (rb)
Filmbären:
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut; 3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Hund
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