Film-Tipp: «Biutiful» – alles ausser schön
Glanzlicht in einem düsteren Film: Javier Bardem als Uxbal. (Pathé Films)
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut;
3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Bär
Uxbals (Javier Bardem) Ehe ist gescheitert. Seine Ex-Frau (Maricel Álvarez) ist manisch depressiv und geht auf den Strich. Seinen kläglichen Lebensunterhalt verdient Uxbal, indem er illegale Einwanderer ausnutzt.
Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, bekommt er auch noch die Diagnose: Prostata-Krebs mit Metastasen im ganzen Körper. Sein ganzes Leben wäre eine einzige Katastrophe, gäbe es da nicht seine zwei Kinder Ana und Mateo.
Grau und trist
Sie liebt er, für sie tut er alles, wegen ihnen steht er dieses triste Leben überhaupt durch. Die Vaterliebe ist das einzige, was im Film «Biutiful» ist. Fragt sich nur, was Alejandro González Iñárritu uns damit sagen will.
Denn der mexikanische Filmemacher widmet seine ganze Aufmerksamkeit dem unschönen Sturm, der ständig um Uxbal herum zu toben scheint. Da sieht selbst die grossartige Stadt Barcelona grau und trist aus.
Lichtblicke und Farbtupfer
Die Lichtblicke glimmen hier und da wie Farbtupfer auf. Als Kinozuschauer muss man genauso intensiv danach Ausschau halten wie der Protagonist Uxbal, oder man wird von der Tristesse erdrückt.
«Biutiful» ist keine leichte Kost, aber ein äusserst faszinierender Film. Das liegt zum einen an der eindringlichen Inszenierung, zum andern an Javier Bardems grossartigem Schauspiel. Der Film fühlt sich an wie die Suche nach einer Rose in einer Mülldeponie. (rb)
Filmbären:
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut; 3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Hund
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