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21.02.2011

Film-Tipp: «True Grit» – die Rache des Cowgirls

«True Grit», der erste Western der Brüder Joel und Ethan Coen, wird mit Kritikerlob überhäuft und geht mit 10 Nominationen ins Oscarrennen. Nicht ganz zurecht, denn gelegentlich hängt der Film durch.

Der Wilde Westen brachte beiden Oscarnominationen: Hailee Steinfeld (11. 12. 1996) als Mattie Ross und Jeff Bridges (4. 12. 1949) als Rooster Cogburn. (Universal)

In «The Last Picture Show» (1971) sieht sich der 20-jährige Jeff Bridges einen John-Wayne-Western an. Jetzt spielt er mit 61 Jahren die John-Wayne-Rolle im Remake von «True Grit» (1969). Und hoffentlich ist es noch lange nicht Jeff Bridgesʼ letzter Film.

Der Kalifornier ist das Highlight der Neuauflage von «True Grit». Er spielt den versoffenen US Marshal Rooster Cogburn so böse und egoistisch, wie es nur ein Schauspieler kann, der die Eitelkeit längst hinter sich gelassen hat.

Die Rache eines Cowgirls
Auch Matt Damon ist treffend besetzt als leicht geckenhafter Texas Ranger LaBoeuf, der mehr redet als schiesst. Aber er steht auch für das Hauptproblem des Films: Es wird geredet und geredet, bis die Pferde im Gehen einschlafen.

Die Story ist wie oft bei Western eine Rachegeschichte. Die 14-jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) engagiert Marshal Cogburn, um den Mörder ihres Vaters zu fassen. Dass der Gesetzesmann dafür bekannt ist, Verbrecher eher tot als lebendig zurückzubringen, kommt dem resoluten Mädchen gelegen.

Geschwätzige Szenen
Ungewöhnlich an dieser Rachegeschichte ist, dass der Motor ein unschuldiges Mädchen ist, das nicht daheim wartet, bis alles erledigt ist, sondern sich selber in den Sattel schwingt und den Rächer begleitet.

Das hat zwei Folgen: Zum einen muss der ungehobelte Brutalo Cogburn sein letztes Restchen Anstand zusammenkratzen und die Kleine beschützen, zum andern redet er wohl auf dem Ritt mit ihr deutlich mehr als in seinem ganzen Leben vorher.

Erfolgreichster Coen-Film
Stellenweise wird der Western deshalb wirklich geschwätzig und langatmig. Aber zum Glück finden die Coen-Brüder immer wieder den Rank. Und vor allem drücken sie dem Film auch ihr ureigenes Markenzeichen auf: furztrockenen Humor.

In den USA hat «True Grit» schon über 160 Millionen Dollar eingespielt. Das macht den Western zum erfolgreichsten Coen-Film überhaupt. Aber der beste Coen-Film ist «True Grit» bei weitem nicht. Das Siegerpodest halten «Fargo» (1996), «The Big Lebowski» (1998) und «A Serious Man» (2009) besetzt. (rb)

«Box-Office»-Beitrag von SF

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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