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27.12.2010

Film-Tipp: Zwei plus eins gleich Dreieck

Nicht immer sind aller guter Dinge drei. In der Liebe kann der oder die Dritte ganz empfindlich stören, muss aber nicht, wie gleich zwei neue Spielfilme zeigen. «Last Night» mit pessimistischem, «Drei» mit optimistischem Ende.

«Last Night»: Die verheiratete Joanna (Keira Knightley) trifft ihren Ex-Lover Alex (Guillaume Canet) wieder. (Pathé Films)

Wenn zwei sich abmühen, freut sich der Dritte. Und steht bereit für den Seitensprung. Liebe und Untreue sind im Kino ein nie versiegendes Thema. Meist steht die Katastrophe, also das Ende der Zweierbeziehung im Mittelpunkt.

Nicht so bei zwei neuen Filmen, bei denen je beide Partner untreu sind. Im amerikanischen Film «Last Night» hat allerdings nur er Sex mit einer andern, während sie sich brav enthält. Allerdings liebt sie den andern wirklich.

Seitensprung und so
Der Film spielt raffiniert mit unseren Erwartungen und Moralvorstellungen. Was ist nun schlimmer: dass er einen One Night Stand hat oder dass sie einen anderen liebt? Darauf gibt der Film ebenso wenig Antwort wie auf die Frage, wie diese Ehe weitergeht.

Weniger realistisch, dafür spannender wirkt die Anordnung im deutschen Film «Drei». Da beginnen sie (Sophie Rois) und er (Sebastian Schipper) unabhängig voneinander ein Verhältnis mit einem bisexuellen Mann (Devid Striesow).

Eifersucht oder nicht
Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Das Ganze fliegt irgendwann auf. Überraschend ist dann jedoch, wie die drei Menschen mit der Situation umgehen. Das führt zu einem fast schon zu märchenhaften Ende.

Doch Tom Tykwer, dem Regisseur solcher Erfolge wie «Lola rennt» und «Das Parfum», geht es sicher nicht um Kitsch, sondern um Utopie. Er stellt quasi die Frage: Was wäre, wenn die Beteiligten nicht eifersüchtig reagieren?

Tolle SchauspielerInnen
«Drei» ist formal und dramaturgisch sicher der interessantere Film. Kameramann Frank Griebe liefert grossartige Bilder. Und Tom Tykwer hat die unwahrscheinliche Dreiecksgeschichte bewusst mit Schauspielern besetzt, die nicht glamourös wirken.

«Last Night» hingegen trumpft mit vier attraktiven Menschen auf, die zum Teil auch grosses Starpotential haben: Keira Knightley, Eva Mendes, Sam Worthington und Guillaume Canet. Sehenswert sind beide Schauspielerfilme. (rb)

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
Hören (3:40)

Deutscher Trailer Last Night



Trailer Drei



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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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