Film-Tipp: Kino im Freifall
Ist Thomas (Pål Sverre Valheim Hagen) wirklich ein Mörder? Und wenn ja, hat er trotzdem das Recht auf einen Neuanfang im Leben? (Look Now!)
Als Teenager soll Thomas den Tod eines kleinen Jungen verschuldet haben. Während seiner achtjährigen Haftstrafe hat er sich zum Organisten ausbilden lassen. Wieder auf freiem Fuss findet er eine Anstellung in einer Kirche. Hier arbeitet Anna als Pastorin. Die allein erziehende Mutter gefällt Thomas auf Anhieb, aber ihr kleiner Sohn erinnert ihn ständig an seine Schuld. Dennoch beginnt er zögernd ein Liebesverhältnis mit Anna. Seine Vergangenheit jedoch verschweigt er ihr.
Verhängnisvoller Plan
Mitten im Film wechselt die Perspektive zur Mutter des umgekommenen Kindes. Sie ist Lehrerin und erkennt Thomas zufällig wieder, während sie mit ihrer Klasse die Kirche besucht. Schockiert darüber, dass der Mörder ihres Kindes wieder auf freiem Fuss ist, beginnt sie ihn auszuspionieren. So findet sie heraus, dass er gelegentlich auf den Sohn der Pastorin aufpasst. Das wirft die Mutter vollends aus der Bahn, und sie schmiedet einen verhängnisvollen Plan.
Brillante Schauspieler
Regisseur Erik Poppe inszeniert das Drama mit solcher Intensität, dass der Zuschauer glaubt, er könne den Figuren direkt in die Seelen blicken. Natürlich ist dies auch das Verdienst des grandiosen Hauptdarstellerpaares. Die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm, bekannt aus «Festen», brilliert als die zwischen Rachebedürfnis und echter Sorge hin und her gerissene Mutter. Und der norwegische Jungstar Pål Sverre Valheim Hagen überzeugt als Thomas, der auf seine Art genauso unter seiner unbedachten Tat leidet.
Das packende Drama um menschliche Schuld, Sühne und Vergebung wurde an internationalen Filmfestivals bereits mehrfach ausgezeichnet. Und Hollywood plant ein Remake mit amerikanischen Stars.
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