Film-Tipp: Weltuntergang und Popcorn
Los Angeles kracht in sich zusammen. (Walt Disney)
Verschwörungstheorien sind in Hollywood beliebt, weil sich daraus meist populäre Filme zimmern lassen. Vermischt man das Ganze noch mit Weltungergangsfantasien, ist der Erfolg schon fast vorprogrammiert. Dank der aktuellen Möglichkeiten der Spezialeffekte-Zauberer ist die Welt noch nie so spektakulär untergegangen wie in «2012».
Regisseur dieses Katastrophenfilms ist der Deutsche Roland Emmerich, der seine kindliche Lust am Zerstören vom Sandkasten scheinbar direkt auf die Kinoleinwand übertragen hat. In «Independence Day» (1996) liess er Ausserirdische auf die Menschheit los, in «Godzilla» (1998) liess er ein Monster Manhattan verwüsten, und in «The Day After Tomorrow» (2004) liess er die Erde unter einer dicken Eisdecke erstarren. In «2012» nun erhitzt sich der Erdkern so sehr, dass sich die Kontinentalplatten massiv zu verschieben beginnen. Die Folgen: Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis im Multipack.
Natürlich gibt Emmerich dem Popcorn verschlingenden Kinopublikum die Illusion, dass man selbst den Weltuntergang überleben kann. Zu diesem Zweck schenkt er den Zuschauern einen scheinbar völlig normalen Familienvater (John Cusack), der geschieden ist, aber alles für seine Kinder tun würde. Und natürlich tut er das dann auch. Zweieinhalb Stunden lang rettet er seine Kinder, seine Ex und, da es gerade nicht anders geht, auch ihren Neuen, aus allen möglichen Notsituationen - selbstverständlich immer auf den letzten Drücker.
Das macht durchaus Spass, weil die Spezialeffekte wirklich toll anzusehen sind, und auch weil immer wieder witzige Dialoge und selbstironische Szenen dazwischen geschnitten werden. Aber nach zwei Stunden ist die Schmerzgrenze definitiv überschritten. Es ist wie beim Achterbahnfahren: Eine Runde (in diesem Fall eine halbe Stunde) zuviel schlägt auf den Magen. Und mit all dem Popcorn intus könnte dann plötzlich der Kinosaal zum Katastrophengebiet werden.
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