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19.10.2009

Film-Tipp: Der Hofnarr der USA

Michael Moore knöpft sich in «Capitalism: A Love Story» die Finanzbranche in den USA vor. Und wieder wird es nicht allen passen, dass sein Dokumentarfilm rundum unterhält.

Michael Moore? Sofort mit Filmen aufhören! (Ascot Elite)

Man hasst ihn oder man liebt ihn. Michael Moore ist ein Phänomen. Der 55-jährige Amerikaner ist der erfolgreichste Dokumentarfilmer der Welt, weil er kein trockenes Schulfernsehen abliefert, sondern Infotainment. Mit seiner schlitzohrigen Art führt Moore auch diesmal Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft vor. Natürlich darf auch sein Lieblingsfeind George W. Bush nicht fehlen, dessen halbherzigen Reden für den Kapitalismus und die Rettung der verschuldeten Banken in Moores Film wie Realsatire wirken.

Moore zeigt, wie den «Grossen» Milliarden von Dollars geschenkt werden, während die «Kleinen» aus ihren Häusern geworfen werden. Solche Gegenüberstellungen sind genau das, was Moores Fans lieben und seine Feinde hassen. Einseitig sei das, Moore lasse die Gegenseite nicht zu Wort kommen. Doch, tut er, aber nur wenn sie sich blamiert. Insofern ist Moore tatsächlich manipulativ. Aber vielleicht sollte man Moore weniger als Dokumentarfilmer denn als Satiriker beurteilen. Und dann sieht eben plötzlich alles ganz anders aus. Dann ist Michael Moore eben ein ganz gerissener Hofnarr. Der Hofnarr der USA.

DIE PÄPSTIN - Der Bestseller von Donna Woolfolk Cross kommt im Kino gelegentlich wie eine Emanzipationsgeschichte rüber. Das will nicht so recht zum 9. Jahrhundert passen.

Schon als Mädchen lehnt sich Johanna gegen ihren strengen Vater auf. Und weil sie als Jugendliche unbedingt Theologie studieren will, tritt sie als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster Fulda ein. Dort lebt sie als heilkundiger und geachteter Arzt Johannes. Als ihre wahre Identität droht, aufgedeckt zu werden, flieht sie nach Rom. Dort steigt Johanna in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf. Nach Papst Sergius' Tod wird sie sogar zu seinem Nachfolger gewählt.

Eine phantastische Geschichte, die auf einer alten Legende beruht. Doch im Film wird die Geschichte hölzern und uninspiriert dargeboten. Johanna Wokalek wirkt in der Hauptrolle blass. Selbst ein Hollywood-Schauspieler wie John Goodman («The Big Lebowski») vermag dem Film kein Glanzlicht aufzusetzen.

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Die beiden Kritiken von Reto Baer
Hören (5:28)

Capitalism



Die Päpstin



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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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