Film-Tipp: Meryl Streep hinterm Herd
Meryl Streep als einzige Kochschülerin unter lauter Männern. (Walt Disney)
Meryl Streeps schauspielerische Leistung sieht so leicht aus, als brauche die 60-Jährige tatsächlich nur eine Perücke, um in jede ixbeliebige Rolle zu schlüpfen. Die New Yorkerin könnte wahrscheinlich selbst eine taubstumme Museumswärterin faszinierend darstellen. Egal, welche Rolle sie anpackt, es wird ein Ereignis. In «Julie & Julia» brilliert sie nun als TV-Köchin Julia Child, die in den 60er Jahren den Amerikanern die französische Küche näher brachte. Mit erfrischendem Mut zur Skurrilität übernimmt Streep Childs hohe Stimme samt Singsang.
Julia Child ist in den USA eine ähnliche Legende wie bei uns Heidi Abel. Ihre Auftritte in der TV-Sendung «The French Cook» sind legendär. Da flimmerte schon mal eine Panne wie ihr vermasseltes Omelette über die Bildschirme.
Meryl Streep spielt die Köchin nun als unerschütterliche Frohnatur. In Realität kann niemand rund um die Uhr so aufgestellt sein wie die Julia Child im Film, aber sie wird eben aus der subjektiven Perspektive der viel jüngeren Julie Powell geschildert. In der Erinnerung verklärt Julie ihr grosses Vorbild zur ultra-optimistischen Überköchin.
Julie Powell kocht alle 524 Rezepte aus Julia Childs Kochbuch-Klassiker «Mastering the Art of French Cooking» nach. Sie gibt sich ein Jahr Zeit dazu und hält ihre Erfahrungen in einem Blog fest. Dadurch wird Julie bald fast so populär wie ihr Vorbild. Der Film basiert übrigens auf ihrem Buch «Julie & Julia» und auf Julia Childs «My Life in France».
Amy Adams spielt Julie Powell auf sympathische Art, hat aber neben der burschikos auftretenden Meryl Streep einen schweren Stand. Nichtsdestotrotz ist «Julie & Julia» bekömmliche Kinounterhaltung. Kein Wunder, wenn man weiss, wer für Drehbuch und Regie verantwortlich ist: Nora Ephron, deren Handschrift schon Komödien wie «When Harry Met Sally», «Sleepless in Seattle» oder «You've Got Mail» zu Hits gemacht hat.
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