Film-Tipp: Was zum Kuckuck?
Isaach De Bankolé als namenloser Protagonist (Filmcoopi)
Was bedeutet es, wenn ein Mann (Isaach De Bankolé) im Kunstmuseum in Madrid das kubistische Gemälde einer Gitarre betrachtet und später eine Gitarre erhält? Was bedeutet es, wenn derselbe Mann eine Frau (Tilda Swinton) sieht, die bei strahlendem Sonnenschein ihren Regenschirm aus transparentem Plastik aufspannt, nur um danach genau dieser Szene auf einem gemalten Filmplakat zu begegnen? Die Kunst imitiert das Leben und umgekehrt? Keine Ahnung, aber Jim Jarmusch wird es wissen. Der amerikanische Regisseur hat diese Szenen in seinen neuen Film «The Limits of Control» eingebaut.
Jarmusch, der einst so sympathisch schräge Filme wie «Stranger Than Paradise» oder «Down by Law» schuf, gebärdet sich in den letzten Jahren immer mehr als Künstler. «The Limits of Control» kommt zwar im Gewand eines Thrillers daher, ist aber definitiv keiner. Statt spannende Action bietet Jarmusch philosophische Gespräche über Kunst, Musik und Film. Statt einer Story bietet er schön gefilmte Stimmungsbilder aus Madrid, Sevilla und einem spanischen Bergdorf.
Die Hauptfigur ist ein namenloser Mann, der sonderbare Leute trifft, die ihm geheime Botschaften überbringen. Diese Leute werden von Schauspielgrössen wie John Hurt oder Gael García Bernal gespielt. Und natürlich darf auch Bill Murray nicht fehlen, der schon in diversen Jarmusch-Filmen Stammgast war.
Das Ganze ist kein Spielfilm im traditionellen Sinn, sondern eine Art Filmessay über die Wahrnehmung sowie über die Kunst, die mit der Wahrnehmung spielt. Im Grunde genommen ist «The Limits of Control» ein Meta-Film, ein Film also, der sich selber reflektiert. Das ist teilweise quälend langweilig, zwischendurch aber auch wieder faszinierend. Wer Spass daran hat, kann die Puzzleteile des Films ordnen und sich den Kopf darüber zerbrechen, was zum Kuckuck Jim Jarmusch uns damit sagen will.
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