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  • Ölpest im Golf von Mexiko:
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Der Kampf ums schwarze Gold

Bisher lief es wie geschmiert für die Ölmultis. Sogar Umweltkatastrophen wie die Ölpest im Golf von Mexiko sind für sie wirtschaftlich zu verkraften. Doch der Kampf um das lukrative Geschäft mit dem schwarzen Gold wird immer härter.

BP, Exxon Mobil, Total, Chevron, Shell - das sind die «Big Five» der Erdöl-Industrie. Bis vor wenigen Jahren hielten sie alle Fäden in der Hand. Sie besassen die Technologie, Erdöl relativ kostengünstig zu fördern und sie schossen das Geld vor, um neue Ölfelder zu erschliessen.

Staatliche Erdölkonzerne waren nicht konkurrenzfähig: Ihre Technik war veraltet, die Ölförderung zu teuer.

Veränderungen im Ölgeschäft
Doch die Ölmultis schauen weniger rosigen Zeiten entgegen, sagt eine breit angelegte Studie von Paolo Dutto, Erdöl-Experte beim weltweit tätigen Beratungsunternehmen Arthur D. Little. Von allen Seiten her wird den fünf grossen Ölkonzernen ihr bisher so lohnendes Geschäft mit dem Erdöl streitig gemacht.

Bisher konnten BP und Co. Ölfelder zu günstigen Bedingungen anzapfen. Entschädigt wurden und werden sie normalerweise von den Staaten, die den Auftrag gaben - mit Erdöl, das auf dem Markt viel wert ist. Weitere Einnahmen, die über die Förderkosten hinausgehen, werden in der Regel zwischen Staat und Ölförderer geteilt.

Ölkonzerne sollen Risiko tragen
Immer mehr Länder kehren nun aber dieses Finanzierungsmodell um: Irak, Brasilien oder jüngst Ecuador wollen die Ölkonzerne nur noch zu einem fixen Preis für die Förderung entschädigen, das Öl aber selber verkaufen, so Erdöl-Experte Paolo Dutto.

Überstiegen die Produktionskosten jene im Vertrag fixierten, müssten die Erdölfirmen dieses Risiko selber tragen. Sie könnten bei der Förderung auch nicht von steigenden Ölpreisen profitieren, wie das in der Vergangenheit der Fall war.

Das ist umso mehr ein Problem, als die Ölförderung unter immer schwierigeren Bedingungen erfolgt; offshore in tiefer See, unter Eis oder aus sandigen Gesteinen. Es ist entsprechend schwierig, die Kosten im Vorfeld zu berechnen.

Transocean, Halliburton und Co.
Zudem hätten die grossen Ölkonzerne das technologische Know-how für Bohrungen in tiefsten Gewässer an unabhängige Dienstleister wie Transocean oder Halliburton verloren, so Paolo Dutto. Diese Erdöl-Servicefirmen könnten ihre Dienste allen anbieten, sowohl privaten als auch staatlichen Ölkonzernen.

Die Folge ist, dass nicht-staatliche Erdölkonzerne immer mehr ihre exklusive Stellung verlieren. Staatliche Erdöl-Konzerne machen ihnen das Geschäft streitig.

Nach neusten Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) geht bereits drei Viertel der weltweiten Erdölförderung auf das Konto von staatlichen Gesellschaften. Vor 30 Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt. (acd/chli)

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