Kurze Geschichte Kosovos
Im Mittelalter war das Gebiet des heutigen Kosovo Bestandteil des serbischen Feudalstaates und dessen Mittelpunkt. «Kosovo» heisst Amsel. Auf dem Amselfeld verloren die Serben 1386 Kosovo an die Osmanen. Seither gilt es den Serben als «Wiege des Serbentums», eine Rückkehr dorthin als Erfüllung eines nationalen Traums.
Heute stellen die Albaner fast 90 Prozent der Bevölkerung in dem Gebiet. Seit Jahrzehnten kämpfen sie für mehr Autonomie.
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17. Feb. 2008 |
Das Parlament Kosovos erklärt einstimmig die Unabhängigkeit der serbischen Provinz. |
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2007 |
Alle internationalen Bemühungen, einen Kompromiss zwischen den zerstrittenen Parteien in Kosovo zu vermitteln, scheitern. Die Kosovo-Albaner beharren auf der vollständigen Unabhängigkeit, Serbien ist höchstens bereit, Kosovo weitgehende Autonomie zuzugestehen. |
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2006 |
Montenegro erklärt sich für unabhängig und löst damit die Staatenunion mit Serbien auf. Der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic stirbt im Gefängnis in Den Haag. Unter Vermittlung der so genannten Kosovo-Troika aus EU, Russland und den USA beginnen Verhandlungen über den künftigen Status der Provinz. |
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2005 |
Das von der Uno eingesetzte Übergangsparlament der serbischen Provinz Kosovo stimmt für die Gründung eines unabhängigen Staates. Daraufhin startet der Uno-Sondergesandte Martti Ahtisaari eine Vermittlungsmission. |
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2004 |
Bei schweren Ausschreitungen albanischer Extremisten werden 19 Menschen getötet, mehrere tausend Serben und Roma werden aus Kosovo vertrieben. Zahlreiche serbische Kirchen und Klöster werden in Brand gesteckt. |
| 2003 |
Die Bundesrepublik Jugoslawien nennt sich in «Serbien und Montenegro» um. |
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2001 |
Serbiens Ex-Präsident Slobodan Milosevic wird unter dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs von der serbischen Polizei verhaftet. Am 29. Juni wird er ans Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag überstellt. |
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19. Sept. 1999 |
Die kosovarische Befreiungsarmee UCK wird formell aufgelöst. |
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Juni 1999 |
Die Nato setzt die Luftangriffe aus, nachdem Präsident Slobodan Milosevic dem Abzug der serbischen Truppen aus Kosovo und der Stationierung einer internationalen Truppe (Kfor) zugestimmt hat. Gemäss westlichen Schätzungen starben bei den Angriffen seit März bis zu 5000 Menschen. Bis Ende Juli kehren über 700'000 albanische Flüchtlinge nach Kosovo zurück, im Gegenzug verlassen rund 250'000 Serben Kosovo Richtung Serbien. |
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24. März 1999 |
Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Serbien und Kosovo-Albanern bombardiert die Nato Jugoslawien aus der Luft. Damit will sie die weitere gezielte Vertreibung der albanischen Bevölkerung aus Kosovo stoppen. |
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13. Okt. 1998 |
Auf Druck der Uno zieht der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic die serbischen Sicherheitskräfte aus Kosovo zurück. 2000 Mann einer multinationalen Beobachter-Mission überwachen die Lage in Kosovo. |
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23. Sept. 1998 |
Der Uno-Sicherheitsrat verlangt von Serbien ein sofortiges Ende der Kämpfe und droht mit Luftangriffen auf Serbien. |
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1998 |
Die Kämpfe zwischen der kosovarischen Befreiungsarmee UCK und serbischen Sicherheitskräften in Kosovo eskalieren. |
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1990er Jahre |
Auch die anderen jugoslawischen Teilrepubliken sprechen sich zu Beginn der 1990er Jahre für die Unabhängigkeit von Jugoslawien aus. Dieses versucht die Bestrebungen militärisch niederzuwerfen. Nach den Jugoslawienkriegen spalten sich Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina ab. Übrig bleibt die aus Serbien und Montenegro bestehende Bundesrepublik Jugoslawien. Dazu gehört auch Kosovo. Kosovo wird systematisch serbisiert. Viele Kosovo-Albaner bitten um Asyl in Westeuropa. Sie beklagen die Verletzung ihrer Menschenrechte in Kosovo. Dazu gehört auch Hashim Thaci, Mitglied der UCK und späterer Ministerpräsident, der in die Schweiz geflüchtet war. Der Widerstand gegen Serbien schlägt nach und nach in Gewalt um. 1996 bekennt sich die Untergrundorganisatin UCK erstmals zu Bombenanschlägen auf serbische Einrichtungen. |
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1991 |
Die Mehrheit der Stimmberechtigten in Kosovo spricht sich an der Urne für eine vollständige Unabhängigkeit aus. Die internationale Staatengemeinschaft anerkennt die einseitig ausgerufene Unabhängigkeit Kosovos aber nicht. |
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28. Juni 1989 |
Zum 600. Jahrestag der Schlacht auf dem Amselfeld nehmen zwei Millionen Serben an einer Gedenkfeier in Kosovo teil. |
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1989 |
Die jugoslawische Teilrepublik Serbien unter Slobodan Milosevic schafft den 1974 zugesicherten Autonomiestatus von Kosovo ab. Milosevic löst Parlament und Regierung von Kosovo auf. |
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1980er Jahre |
1980 stirbt Tito, der eine Art Beschützer der Albaner war. Ein Jahr später kommt es zu gewalttätigen Demonstrationen von albanischen Studenten. Sie fordern den Republikstatus für Kosovo. Zahlreiche Serben verlassen in den 1980er Jahren Kosovo mit der Begründung, die Albaner würden sie diskriminieren und schikanieren. Kosovo-Albaner fühlen sich ihrerseits durch die Republik Serbien benachteiligt. Nationalistische Propaganda auf beiden Seiten heizt die Stimmung an. Zudem führt das rasante Bevölkerungswachstum der Kosovo-Albaner zu ständigen Auseinandersetzungen. Gemäss der Volkszählung von 1981 sind 77 Prozent der damals 1,6 Millionen Einwohner Kosovos Albaner, 13 Prozent Serben, und 10 Prozent Angehörige anderer ethnischer Gruppen. |
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1974 |
Mit einer neuen jugoslawischen Verfassung wird auch die Autonomie Kosovos ausgeweitet. |
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1945 |
Im kommunistischen Jugoslawien unter Tito bekommt Kosovo den Status einer autonomen Provinz. Damit erhofft sich Jugoslawien eine Abschwächung der ethnischen Spannungen zwischen Albanern und Serben. |
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1941 |
Nach der Kapitulation Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg, wird fast ganz Kosovo ein Teil des vom italienischen Diktator Benito Mussolini ausgerufenen und dann von den Nazis übernommenen «Grossalbaniens». Die Umkehr der Machtverhältnisse führt zu Racheakten von Albanern an Serben. |
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1918 |
Nach dem Ersten Weltkrieg wird Kosovo, gegen den Willen der albanischen Bevölkerungsmehrheit, Teil des neu gegründeten Vielvölker-Staates Jugoslawien. Von vielen Serben werden die Albaner als Störfaktor im alten serbischen Land angesehen. Sie sind schweren Repressalien ausgesetzt. |
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1912/13 |
Im ersten Balkankrieg verliert das Osmanische Reich viele seiner Besitzungen. Kosovo geht an das Königreich Serbien. Im Krieg kommen in Kosovo viele Zivilisten ums Leben. Das belastet das Verhältnis der Albaner zu den neuen serbischen Machthabern schon zu Beginn. |
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19. Jhdt. |
Im 19. Jahrhundert werden auch auf dem Balkan verschiedene Nationalstaaten gegründet. So etwa Serbien oder Griechenland. Das nationale Erwachen der Serben orientiert sich weitgehend am verklärten Bild des mittelalterlichen serbischen Staates mit Kosovo als «Wiege des Serbentums». Mit dem absehbaren Zerfall des Osmanischen Reiches stellt sich die Frage was mit den Gebieten unter osmanischer Herrschaft auf dem Balkan geschehen soll. |
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1500-1800 |
Jahrhundertelang bleiben Serbien und Bosnien Provinzen des Osmanischen Reiches. Eine Mehrheit der Kosovo-Bevölkerung ist serbisch, doch der Anteil der Albaner mit ihrer völlig eigenständigen Kultur und Sprache nimmt zu. Viele Albaner kommen etwa aus dem kargen Norden nach Kosovo. Gleichzeitig wanderten viele Serben aus. |
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1459 |
Die Eroberung des heutigen Serbiens sowie Bosnien und Herzegowinas durch das Osmanische Reich wird 1459/1461 vollendet. |
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1389 |
Auf dem Amselfeld (in der Gegend von Pristina, der Hauptstadt des heutigen Kosovos) unterliegen die Serben den Osmanen. Die verlorene Schlacht gilt den Serben als Geburtsstunde einer serbischen Nation. Kosovo ist für viele Serben bis heute «heiliges Land». |
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12.-14. Jhdt. |
Kosovo ist Kernland eines serbischen Reiches, das von Belgrad bis ins heutige Griechenland reichte. |
(luek)
