Viele Sportler schweigen nach einem positiven Dopingtest einfach. Andere behaupten, sie hätten von nichts gewusst. Wiederum andere Athleten haben derart haarsträubende Erklärungen parat, dass es dem Zuhörer beinahe die Sprache verschlägt. Eine Auswahl wirklich ungewöhnlicher Erklärungen:
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Sprinter Justin Gatlin: Der Masseur Justin Gatlin - Olympiasieger, Ex-Weltmeister und Ex-Weltrekordhalter - war schon in mehrere Dopingfälle verwickelt. 2001 wurden bei ihm Amphetamine nachgewiesen. Damals kam Gatlin mit der Behauptung durch, das Testergebnis gehe auf die jahrelange Einnahme von Medikamenten zurück. 2006 wurde Gatlin erneut positiv getestet, dieses Mal auf Testosteron. Wieder hatte er eine Entschuldigung parat: Der Masseur habe ihm die Beine mit einer testosteronhaltigen Salbe «positiv massiert». Der Beschuldigte wies die Vorwürfe erbost zurück, Gatlin wurde gesperrt.
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Radfahrer Tyler Hamilton: Die Chimäre Auch Zeitfahr-Olympiasieger Tyler Hamilton hatte 2004 einen Buhmann gefunden: einen angeblichen Zwillingsbruder. Nach einem positiven Befund liess Hamilton mitteilen, er habe mitnichten fremdes Blut in seinen Adern. Stattdessen das: «Ich bin ein Mischwesen.» Die fremden Zellen in seinem Körper stammten von einem bereits vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruder. Zwei Jahre Sperre.
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Radfahrer Frank Vandenbroucke: Das kranke Haustier Bei dem Belgier wurde 2002 das Mittel Clenbuterol gefunden, das in übermässigen Dosen eine anabole Wirkung entfaltet. Eigentlich ist Clenbuterol ein Medikament zur Behandlung von Atemwegserkrankungen - und das wusste wohl auch Vandenbroucke: «Mein Hund hat Asthma.» Vandenbroucke erhielt eine Sperre und räumte in einem Buch das Doping später selbst ein.
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Christian Henn: Der unerfüllte Kinderwunsch Henn, Bronzemedaillengewinner des Strassenrennens bei Olympia 1988 in Seoul, fuhr bis Ende der neunziger Jahre für das Team Telekom. Bei der Tour de France 1999 wurde bei ihm ein erhöhter Testosteronwert festgestellt. Henns Erklärung: Ein Kräutertee, der seine Manneskraft stärken und ihm so einen lang gehegten Kinderwunsch erfüllen sollte. Empfohlen hatte ihm das Gebräu angeblich seine Schwiegermutter. Henn beendete seine Karriere im selben Jahr.
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Lenny Paul: Bolognese und gedopte Rinder Der britische Bobfahrer Lenny Paul wurde 1997 mit einem erhöhten Nandrolon-Wert erwischt. Der frühere Trainingspartner des Sprinters Linford Christie schob das Ergebnis auf das Essen am Tag zuvor. Der hohe Nandrolon-Wert müsse vom Hackfleisch in seiner Spaghetti-Sauce kommen, das wiederum von hormonbehandelten Rindern stamme. Unglaublich: Paul wurde dank dieser Erklärung vom Doping-Vorwurf freigesprochen. Andere kamen später nicht damit durch.
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Dieter Baumann: Die Zahnpasta Der deutsche 5000-m-Olympiasieger von Barcelona wurde 1999 in zwei Trainingskontrollen ebenfalls positiv auf Nandrolon getestet. Baumann, als Sportler an vorderster Front bei Anti-Doping-Kampagnen, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sich als Komplottopfer. Die Zahnpasta bekam die Schuld. Dort wurde tatsächlich der Wirkstoff Norandrostendion gefunden. Wie er dort hin kam, ist bis heute nicht geklärt. Der nationale Leichtathletikverband sprach Baumann später vom Doping-Vorwurf frei. Der internationale Verband aber blieb hart: zwei Jahre Sperre.
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Jan Ullrich: Die Disco-Pille Der einstige deutsche Radrennstar wurde 2002 positiv auf Amphetamine getestet. Die unangemeldete Kontrolle fand in einer Trainingspause statt, in der Ullrich sich von einer Knieoperation erholte. Seine Erklärung: Bei einem Disco-Besuch seien nicht nur grosse Mengen an Wodka und Red Bull geflossen. Irgendwann habe ihm jemand eine Pille angeboten und er - «Ich weiss nicht, was das für eine Pille war» - habe nicht lange überlegt und sie geschluckt. Sechs Monate Sperre.
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