Montag, 8.2.2010, 12.03-12.30 Uhr, DRS 2
Montag, 8.2.2010, 21.33-22.00 Uhr, DRS 4 News
Emotionen in der Stimme sind ein universelles Phänomen
Ein Mädchen des Himba-Volksstammes im Norden von Namibia. (Yves Picq)
Missverständnisse kommen in der Kommunikation zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen oft vor. In Bulgarien zum Beispiel bedeutet Kopfschütteln Zustimmung. Wie die britische Forscherin Disa Sauter und ihr Team herausgefunden haben, sind gewisse nonverbale Signale jedoch universell.
Das Team vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik führte dazu Tests an Briten und an Mitgliedern des im Nordwesten Namibias lebenden Volks der Himba durch.
Tonaufnahmen von Lauten, die Zorn und Ärger, Angst, Ekel und Trauer, aber auch positive Gefühle wie Freude oder Erheiterung ausdrückten, wurden von Vertretern beider Kulturen gleichermassen verstanden. Für Grundemotionen wie Zorn, Ekel, Angst, Belustigung, Traurigkeit und Überraschung war die Treffsicherheit sehr gut, so dass man durchaus von einer kulturübergreifenden Sprache ausgehen könne, sagt Sauter.
Bei positiven Gefühlen wie sinnliche Freude und Stolz über einen Erfolg schnitten die Himba jedoch weniger gut ab. Die Wissenschaftler erklären dieses Ergebnis damit, dass in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit solche positiven Gefühle hauptsächlich mit Vertretern des eigenen Volks geteilt wurden und ein Verständnis über kulturelle Grenzen weniger wichtig war.




